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Mehrkosten sind einkalkuliert

Stadionausbau: Verwaltung schließt Kostenerhöhung nicht aus – Bauausschuss nicht überrascht.

Von Martina Jurk, 25.04.2012.


Braunschweig. Eine Kostenerhöhung beim Ausbau des Eintracht-Stadions kann nicht ausgeschlossen werden. Das teilte die Verwaltung gestern dem Bauausschuss mit.

Die Bauarbeiten hätten sich zudem wegen eines Vergabeverfahrens um drei Monate verzögert. Der Beginn des Rohbaus wurde von November vergangenen Jahres auf Februar 2012 verschoben. Unabhängig davon sollen zum Saisonbeginn 2013 alle Sitzplätze und Logen nutzbar sein. Den aktuellen Termin- und Kostenstand ermittelte die Firma Assmann Beraten und Planen GmbH im Auftrag des Bauherrn, dem städtischen Fachbereich Hochbau und Gebäudemanagement. Danach werde der Kostenplan aktuell eingehalten, aber durch Mehrkosten sei die Projektreserve von 448 000 auf 129 000 Euro bereits abgesunken. Nichts Ungewöhnliches, so die Meinung der Bauausschussmitglieder. Die Projektreserve werde für Unvorhergesehenes angezapft, ohne das Bauprogramm erweitern zu müssen. Allein die Abbrucharbeiten und die Entsorgung kontaminierten Bodens hätten Mehrkosten von 149 000 Euro verursacht, erläuterte Michaela Springhorn vom städtischen Fachbereich Gebäudemanagement.
„Ein Bauvolumen von rund neun Millionen Euro muss noch €ausgeschrieben werden. Die Projektreserve muss aufgrund von Unwägbarkeiten beim Bauen im Bestand zu Beginn der Rohbauarbeiten mindestens noch fünf Prozent der Gesamtinvestition betragen, was jetzt schon nicht mehr der Fall ist. Deshalb können Kostenerhöhungen nicht ausgeschlossen werden“, sagte Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. Die neue Projektleitung bereite eine zusätzliche, vertiefte Prüfung der vom Architekten stammenden Kostenberechnung vor. Die weitere Kostenentwicklung hänge vom Ausschreibungsergebnis für alle noch nicht beauftragten Leistungen ab.
Sobald eine aktualisierte Kostenberechnung und die Ausschreibungsergebnisse vorliegen, will die Verwaltung die Gremien beteiligen und gegebenenfalls einen Beschluss des Rates herbeiführen.
Eine Möglichkeit, Kosten zu sparen, wäre ein niedrigeres Ausstattungsniveau, eine andere, die Kosten über die beschlossenen 14,5 Millionen Euro hinaus aufzustocken. Bei der Bürgerbefragung zum Ausbau des Eintracht-Stadions im Februar 2011 seien die Kosten auf „nach aktueller Kostenberechnung rund 14,5 Millionen Euro“ beziffert worden. In dieser Formulierung sei eine mögliche Abweichung vom genannten Betrag nach aktualisierter Kostenberechnung angelegt. Die Einhaltung des Bauprogramms entspräche daher sowohl dem Ratsbeschluss als auch der Bürgerbefragung, so die Verwaltung.
Die Mitglieder des Bauausschusses waren sich einig, dass Mehrkosten bei einem solchen Projekt nicht ungewöhnlich seien. „Warum die Pferde scheu machen, wenn noch gar nicht klar ist, wie hoch die Mehrkosten am Ende sein werden?“, fragte Manfred Pesditschek. Die SPD lege vor allem Wert darauf, dass nochmalige Bauverzögerungen verhinder werden.
Udo Sommerfeld (Linke) betonte, dass es noch viele Änderungen und Schwankungen geben werde, die aber nichts mit dem Projekt an sich zu tun hätten. „Ich sehe den Anlass für die Mitteilung der Verwaltung nicht. Das ist viel Aufregung um Nichts“, sagte er.
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