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Mehr Sicherheit und zwar sofort

Erneut ist ein Mensch am Bahnübergang Steinriedendamm von einem Zug erfasst worden.

Von Marion Korth, 04.04.2012.


Braunschweig. Die Reihe der Unfallmeldungen reißt nicht ab: Am Montag ist ein 83-Jähriger an der Bahnkreuzung Steinriedendamm von einem Zug erfasst und getötet worden. Nicht nur in Kralenriede fragen sich die Menschen, warum es so lange dauert, den gefährlichen Übergang mit Schranken zu sichern.

Nach den bisherigen Kenntnissen der Polizei und entsprechenden Zeugenaussagen hatte der Mann das Rotlicht am Montagnachmittag offenbar nicht beachtet und das Gleis überquert. Der 50-jährige Zugführer habe trotz Vollbremsung den Zusammenstoß nicht verhindern können. Der Regionalzug mit 56 Fahrgästen an Bord, der vom Hauptbahnhof in Richtung Gifhorn unterwegs war, erfasste den Rentner riss ihn noch mehr als 50 Meter mit. Die Bahnstrecke wurde für zwei Stunden gesperrt, und die Fahrgäste wurden mit Bussen ans Ziel gebracht.
An dem Bahnübergang hätte ordnungsgemäß ein Lkw gehalten und gewartet. „Wegen des großen Sattelaufliegers war sowohl dem Zugführer als auch dem Radfahrer die Sicht verdeckt“, sagte Polizeipressesprecher Wolfgang Klages. Eventuell habe der 83-Jährige deshalb den nahenden Zug übersehen. Die neu installierte Signalanlage hätte ordnungsgemäß funktioniert.
In etwas mehr als einem Jahr sind damit schon drei Menschen am Steinriedendamm tödlich verunglückt, darunter ein erst zehnjähriger Junge.
„So geht das nicht weiter. Es kann nicht sein, dass wir dort alle paar Monate ein neues Todesopfer beklagen müssen, völlig gleichgültig, ob es sich um Eigenverschulden der Opfer handelt oder nicht“, sagt Dr. Dr. Wolfgang Büchs. Die Bibs fordert Sofortmaßnahmen, unter anderem Schritttempo für die Züge, und fragt, warum bei diesem Bahnübergang kein Planverzicht die Sicherung beschleunigen kann.
„Ein Planfeststellungsverfahren ist gesetzlich vorgeschrieben, wenn alles glatt läuft, ist die vollständige Erneuerung mit Halbschranken Anfang 2015 abgeschlossen“, sagt Egbert Meyer-Lovis, Sprecher der Bahn AG, der nB. Um Zeit zu sparen, sei Ende Februar ein Vermessungsbüro in Kralenriede gewesen, um zu prüfen, wo Schrankenbäume aufgestellt und ob Grundstückzukäufe erforderlich seien. Straßenbaulastträger sei die Stadt, mit der die Bahn „sehr eng“ zusammenarbeite. Derzeit werde eine sogenannte Kreuzungsvereinbarung vorbereitet und parallel weiter an den Planungen für den gesamten Bereich gearbeitet. Die Kosten von rund einer Million Euro würden zu je einem Drittel von Stadt, Bahn und Bund getragen.
Eine Signalanlage mit neuen und zusätzlichen Zeichen ist bereits installiert und in Betrieb genommen worden. Piktogramme auf der Fahrbahndecke weisen zusätzlich auf den Bahnübergang hin. Schritttempo im Bereich des Übergangs hatte die Bahn abgelehnt. In einer Bau- und Planungsausschusssitzung hatte eine Vertreterin der Bahn sich dagegen gewandt mit der Begründung, dass ein sich sehr langsam nähernder Zug die Menschen noch eher dazu verleiten würde, vor ihm über die Gleise zu wechseln. Die Bibs-Fraktion gibt sich damit nicht zufrieden, fordert, dass der Bahnübergang mit Girlanden gesichert wird, bis die Schranken stehen. Für die nächste Sitzung des Bauausschusses am 24. April will die Bibs den Antrag stellen, dass Stadt und Deutsche Bahn AG als Beteiligte im Verfahren einen Planverzicht beantragen.
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