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Mehr Online, weniger Filialen

Sind mit dem Geschäftsergebnis für 2015 zufrieden: Christoph Schulz (Mitte), Vorstandsvorsitzender Braunschweigische Landessparkasse und (v.l.) Axel Richter, Braunschweigische Sparkassenstiftung, Silvester Plotka, Bereichsleiter Privatkunden Braunschweig, Werner Schilli, Vorstand Privat- und Geschäftskunden, Manfred Borchardt, Vorstand Firmenkunden, Stephan Reichel und Lutz Arndt, Bereichsleiter Firmenkunden Braunschweig. Foto : Jörg Scheibe
 
Bibs-Ratsherr Peter Rosenbaum. Foto: oh

Braunschweigische Landessparkasse stellte Bilanz 2015 vor – Umbau sicherte Ergebnis.

Von Birgit Leute, 26.04.2016.

Braunschweig. Der Satz bringt es auf den Punkt. „Wir mussten kräftig in die Speichen greifen“, charakterisiert Christoph Schulz, Vorstandsvorsitzender der Braunschweigischen Landessparkasse das abgelaufene Geschäftsjahr 2015. Neben den Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag stand für das Geldinstitut vor allem ein umfassender Umbau auf der Agenda, der in diesem Jahr mit einer Neuaufstellung im Girokontenbereich fortsetzt wird. Das Betriebsergebnis fällt mit 32,7 Millionen Euro nach 31,3 Millionen Euro in 2014 dennoch zufriedenstellend aus.

„Die Niedrigzinsen haben uns gefordert“, nennt Schulz den größten „Brocken“ im vergangenen Jahr. Das Kreditgeschäft, eine der Hauptsäulen des Bankengeschäfts, sei aus diesem Grund schlechter gelaufen als in den Vorjahren. „Wir haben zunächst auf das Gesparte zurückgegriffen, sodass im Vergleich zu 2014 mit 55,7 Millionen Euro das Geschäft um 1,5 Prozent sank“, erläuterte Vorstandsmitglied Werner Schilli die Verluste bei den Privatkrediten. „Hochattraktiv“ seien dagegen die Bausparverträge. Insgesamt wurden Verträge in Höhe von rund 160 Millionen Euro abgeschlossen (+28,9 Prozent zu 2014).

„Durch ein verändertes Kundenverhalten und dessen Durchschnittsalter mussten wir Strukturen überarbeiten“, sagte Sparkassen-Chef Schulz. Kunden erledigten Bankgeschäfte mehr und mehr online von zu Hause aus. „Außerdem sind die Spareinlagen zugunsten von Termingeldern und Wertpapieren zurückgegangen“, so Schulz. Die BSLK reagierte darauf mit einer veränderten Filial- und Personalstruktur: Insgesamt baute das Geldinstitut im vergangenen Jahr elf Filialen ab (92 statt 103), besetzte nur noch 45 mit Mitarbeitern (zuvor 85) und sparte insgesamt 76 Stellen ein (729 statt 805). „Ausgebaut haben wir im Gegenzug unsere Telefonzentrale beziehungsweise die Möglichleiten des Online-Banking“, sagt Schulz.

2016 steht eine weitere Veränderung an: Zum 1. Juni ändert die Braunschweigische Landesparkasse ihre Gebührenordnung für Girokonten. Statt einer einheitlichen Pauschale zahlt der Kunde künftig zuzüglich zu einer Grundgebühr eine Nutzungsgebühr pro Buchung (zwischen fünf Cent und zwei Euro). Ebenso fallen Kosten für die bislang kostenlose Debitkarte an. „Wir wollen natürlich den Status der Sparkasse erfüllen, aber wir müssen auch Mathematik können, dass heißt in Zeiten von Niedrigzinsen kostendeckend arbeiten“, begründete Schulz die Maßnahme, verwies aber gleichzeitig darauf, dass die Preisstruktur zuvor zwölf Jahre lang stabil geblieben sei.


„Gebührenmodell
ist unausgewogen“

Bibs-Fraktion kritisiert die Landessparkasse

Braunschweig (leu). Die Bibs-Fraktion hat das neue Gebührenmodell der Braunschweigischen Landessparkasse als unausgewogen und unsozial kritisiert. Während die BLSK Gehaltsempfängern ab 1500 Euro Nettoeingang im Monat künftig die Girokonto-Grundgebühr schenken will, werden Kleinrentner, Arbeitslose und prekär Beschäftigte umso kräftiger zur Kasse gebeten, indem sie für jede Buchung extra zahlen sollen, so die Bibs.

„Besonders gefordert sind in dieser Frage Oberbürgermeister Ulrich Markurth sowie der Landtagsabgeordnete Gerald Heere, die als Braunschweiger im Aufsichtsrat sitzen“, sagt Bibs-Ratsherr Peter Rosenbaum. „Dies ist eine sozial völlig unausgewogene Preisgestaltung der öffentlich-rechtlichen Braunschweigischen Landessparkasse. Gerade Geringverdiener haben meist nicht die Möglichkeit, mal eben die Bank zu wechseln und sich einen Anbieter mit besseren Konditionen auszusuchen.“

Auch kleinere Gewerbetreibende sind von den neuen Kontomodellen der BLSK betroffen, da Online-Buchungen einzeln abgerechnet werden sollen. Rosenbaum: „Das neue BLSK-Gebührenmodell gehört auch im Rat auf den Prüfstand.“
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1 Kommentar
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Malte Schneider aus Braunschweig - Innenstadt | 14.02.2017 | 18:45  
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