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Mehr als eine „Gurkenhobelmesse“

Keine „Harz und Heide“: CDU-Ratsherr Funke enttäuscht über das Aus der Traditionsmesse

Von Marion Korth

Braunschweig. Jetzt ist es offiziell, in diesem Jahr wird es keine Regionalmesse Harz und Heide geben. Die Messegesellschaft Afag hat nach Mitteilung der Stadt zum Jahresende ihren Vertrag gekündigt, wird die Messe nicht mehr ausrichten.

Zuletzt hatten sinkende Besucherzahlen, ein neuer Messetermin, Uneinigkeit über den neuen Namen der Regionalmesse das schleichende Ende begleitet.
Die Art, wie das geschehen ist, ärgert CDU-Ratsherr Eberhard Funke. „Da ist viel Porzellan zerschlagen worden“, sagt er der nB. „Ich habe das Entgegenkommen der Stadt vermisst“, sagt Funke. Er meint damit diejenigen, die unter der „Harz und Heide“ nie mehr als eine „Gurkenhobelmesse“ verstanden hätten. Funke: „Ich bin maßlos enttäuscht, eine solche Traditionsmesse hätte mehr Unterstützung verdient.“
25 Jahre lang war Funke mit seinem Sanitär- und Heizungsfachbetrieb selbst Aussteller bei „Harz und Heide“ gewesen. Gerade die Bereiche Bau und Ausbau seien immer gut angenommen worden. Für ihn bedeutet das Aus für „Harz und Heide“ einen mehrfachen Verlust. Und er überlegt, wie die Lücke zu füllen ist. Das Gezerre um einen neuen Namen der Messe hätte letztendlich viel Geld gekostet. Die Afag hatte dies in ihrem Kündigungsschreiben kritisiert, sich Schadenersatzforderungen vorbehalten.
Zur Erinnerung: Der Wirtschaftsausschuss, dessen Vorsitzender Eberhard Funke ist, hatte dem Namensvorschlag der Afag „Region live“ zugestimmt, aber dieser Empfehlung war der Verwaltungsausschuss nicht gefolgt, hatte sich stattdessen für „Braunschweig-Messe zwischen Harz und Heide“ entschieden. Trotz des neuen Namens, die Besucherzahlen sanken weiter. Wirtschaftsdezernent Joachim Roth hatte das Aus der Traditionsmesse bedauert. Die Nachricht vom Ausstieg der Afag bezeichnete er jedoch als „nicht überraschend“. Seit den 1990er Jahren waren die Besucherzahlen von etwa 100 000 auf 67 000 im vergangenen Jahr zurückgegangen.
In Funkes Augen ein generelles Problem. „Das geht den großen Messen wie der Infra in Hannover genauso“, sagt er. Die Zeiten hätten sich eben geändert, viele informieren und kaufen heutzutage im Internet. Trotzdem empfindet er es als Unding, dass die Stadt Braunschweig als Oberzentrum zukünftig über keine eigene Messe dieser Größenordnung mehr verfügen würde.
Gerade in den Bereichen Bau und Ausbau sieht er nach wie vor Potenzial. Schon für diesen Herbst könne er sich eine kleine Messe „Rund ums Handwerk“ in der VW-Halle und ein paar Zelten vorstellen. „Energie“ soll der Themenschwerpunkt sein mit allem Wissenswerten und Produkten wie Kaminen oder Heizkesseln bis hin zu moderner Energieerzeugung und nachwachsenden Rohstoffen. Funke setzt dabei auf die eigene Innung Sanitär, Heizung, Klima. Die SHK-Tage Nord, die im März in Hannover stattfinden, will er nutzen, um Hersteller und Partner für die neue Veranstaltung im Herbst in Braunschweig zu gewinnen. Da der Landesverbandstag der Innung in diesem Jahr ohnehin in Braunschweig stattfinden wird, ist er sich dieser Unterstützung sicher. An zwei Tagen, so seine Überlegungen, soll eine Ausstellung gepaart mit Fachvorträgen stattfinden. Dafür will er auch die Afag wieder mit ins Boot holen, auf deren Erfahrung er baut.
„Das setzt aber voraus, dass die Stadt nicht blockt“, betont Funke. Er geht davon aus, dass es weitere Gespräche geben wird. „Ich ärgere mich, aber hinterher muss man sich wieder in die Augen schauen können“, sagt er. Für Funke heißt das, „nach neuen Wegen suchen“. Auch Wirtschaftsdezernent Joachim Roth hatte angekündigt, dass die Stadtverwaltung Überlegungen zum Beispiel zu einer regionalen Handwerkermesse erarbeiten werde.
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