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MdB vor Ort: Brigitte Pothmer war hier

Brigitte Pothmer (3.v.l.) beim Jugendmigrationsdienst der Caritas (09.07.2015)
 
Brigitte Pothmer (3.v.l.) beim Flüchtlingshilfe-Verein „Refugium“ (09.07.2015)
Grüne Bundestagsabgeordnete besucht Caritas & „Refugium“

Auf dem Papier haben Asylbewerber/innen seit November 2014 einen leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt als zuvor. Das Arbeitsverbot für Flüchtlinge wurde auf drei Monate verkürzt, um eine zügige Integration zu befördern. Faktisch fehlt es aber noch an der nötigen Unterstützung, um diesen Anspruch auch Wirklichkeit werden zu lassen. Welche Probleme Betroffene in der Praxis haben, erfuhr Brigitte Pothmer (auf beiden Fotos jeweils die 3. von links), Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik der Grünen Bundestagsfraktion, bei einem Besuch in Braunschweig (09.07.2015). Gemeinsam mit der Grünen Ratsfrau Susanne Schmedt (jeweils rechts im Bild) und Wolfram Pehlke (jeweils links im Bild), dem Sprecher des Grünen Kreisverbandes Braunschweig, war Pothmer bei der Caritas und im Beratungsbüro „Refugium“ der Flüchtlingshilfe zu Gast.

Sowohl Ute Scupin (auf dem 1. Foto die 2. von links), Leiterin des Caritas-Jugendmigrationsdienstes, der junge Menschen mit Migrationshintergrund bei ihrem Integrationsprozess in Deutschland begleitet, als auch die Vertreter des Flüchtlingshilfe-Vereins (Oliver Scheichl und Ketema Wolde Georgis - auf dem 2. Foto der 2. und 4. von links) schilderten übereinstimmend, dass es große Probleme bei der Beratung durch die Jobcenter und beim Beantragen von Leistungen gebe. Eine besondere Hürde für die arbeitsuchenden Flüchtlinge stelle der Mangel an Sprachkursen dar. Wenn junge hochmotivierte Menschen mit guter Schulbildung statt in einen Deutschkurs in Aktivierungsmaßnahmen vermittelt würden, in denen sie lernen sollen, pünktlich aufzustehen, dann laufe einfach etwas falsch, so das einhellige Fazit. „Wir werden den Menschen nicht gerecht und vergeuden gleichzeitig das Können und das Wissen der als Flüchtlinge zu uns gekommenen Fachkräfte. Es ist doch ein Bild des Jammers, wenn eine hochqualifizierte Augenärztin vom Jobcenter als Putzfrau vermittelt werden soll“, sagte Brigitte Pothmer. Ausländische Berufs- und Bildungsabschlüsse müssten schneller und unbürokratischer anerkannt werden als bisher.

Zustimmung erhielten die Grünen im Gespräch auch für ihre weiteren Forderungen, um Asylsuchende auf ihrem Weg in Arbeit und Ausbildung zu unterstützen. Zentral sei es, dass alle Flüchtlinge – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus – von Anfang an Deutsch lernen könnten. Das sei gut für die betroffenen Menschen, das sei aber auch gut für das Exportland Deutschland, so Brigitte Pothmer: „Die Sprache ist für die Integration die wichtigste Voraussetzung und Sprachkurse sind immer eine richtige Investition, selbst dann, wenn Menschen in ihre Heimat zurückgehen.“

Um die Beratung für arbeitsuchende Flüchtlinge durch die Bundesagentur für Arbeit zu verbessern, fordern die Grünen außerdem, mindestens 1000 neue Mitarbeiter in der Arbeitsverwaltung einzustellen. In jeder Erstaufnahme-Einrichtung müsse es speziell geschultes Personal geben. Dabei gehe es neben Hilfe bei der Arbeitsmarktintegration auch darum, den Zugang zu Leistungen zu erleichtern. So hatten die Helfer/innen bei Caritas wie Flüchtlingshilfe davon berichtet, wie schwierig es auch für sie oft sei, Kontakt zum Jobcenter über die Behörden-Hotline herzustellen. Umso gravierender sei diese Hürde für Flüchtlinge, die noch nicht die deutsche Sprache sprächen.

Zum selben Thema siehe auch:

- „Erste Hürde ist unüberwindlich – Warum viele Flüchtlinge trotz Motivation und hohen Abschlüssen keine Chance auf Arbeit haben“ von Marion Korth (18.07.2015)
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