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„Man muss sich nicht freuen“

Ingeborg Obi-Preuß.

Ein Kommentar von Ingeborg Obi-Preuß.

Braunschweig, 08.03.2016.

Vor Kurzem habe ich eine Talkshow gesehen, in der der Künstler Heinz Rudolf Kunze zum Thema „Flüchtlinge“ sprach. Der Sänger erzählte von seinen Eltern, die nach dem zweiten Weltkrieg als Flüchtlinge hier ankamen. „Und wir waren nicht herzlich willkommen“, blickte der Künstler zurück. „Flüchtlinge sind zunächst eine Zumutung“, erklärte Kunze, „sie kosten Geld, machen Arbeit.“ Das „Gutmenschentum“ gehe ihm auf die Nerven. Es sei in Ordnung, dass man sich nicht nur freue. Die Frage bleibe aber, ob wir „zivilisiert oder bestialisch“ reagieren.

Der Mann hat völlig recht. Die Menschen bei der Veranstaltung am Montagabend (siehe Artikel "Keine weiteren Sporthallen") waren genervt, sie formulierten Ängste und Sorgen. Das ist ihr gutes Recht. Und wir alle tun gut daran, diese Ängste ernst zu nehmen. Denn wenn im Moment ein Rattenfänger aus dem rechten Lager auftauchen würde – das möchte ich mir gar nicht ausmalen.

Helfen kann jetzt eine Moderation, runde Tische, Wege und Möglichkeiten zum Kennenlernen, für ein Miteinander. Flüchtlinge mit Gesicht und Namen werden Nachbarn. Norbert Rüscher von der Stadtverwaltung hat seine Hilfe angeboten – sehr gut. Ich warte noch auf Ideen der ortsansässigen Kirchen, eigentlich sind sie doch prädestiniert für diese Arbeit. Ich bin sicher und hoffe, dass wir schon in den nächsten Tagen von ihren Vorschlägen hören werden.
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2 Kommentare
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Renate Wagner aus Braunschweig - Innenstadt | 09.03.2016 | 23:09  
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Renate Wagner aus Braunschweig - Innenstadt | 10.03.2016 | 15:27  
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