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Mahnwache vor dem Schloss

Die Islamische Gemeinschaft Braunschweig demonstrierte am Dienstagabend vor dem Schloss für ein friedliches Miteinander. Vorsitzender Sadique Al-Mousllie wollte sich damit der Kundgebung zur gleichen Zeit in Berlin anschließen. Foto: Thomas Ammerpohl

Muslime gingen für ein tolerantes Deutschland und gegen religiösen Terror auf die Straße.

Von Birgit Leute, 13.01.2015.

Braunschweig. Mahnwache vor dem Schloss: Zeitgleich zur Veranstaltung in Berlin demonstrierten auch in Braunschweig Muslime für ein tolerantes Deutschland.

Aufgerufen zu der Aktion am gestrigen Dienstag hatte die Islamische Gemeinschaft Braunschweig. „Wir begleiten damit die Mahnwache, die der Zentralrat der Muslime und führende deutsche Politiker heute in Berlin abhalten“, erklärte Sadique Al-Mousllie, Vorsitzender der Gemeinde.

Unter dem Motto „Zusammenstehen – Gesicht zeigen“ hatten sich am Dienstagabend rund 70 Menschen muslimischen Glaubens, aber auch deutsche Mitbürger und Vertreter aus Verwaltung und Wissenschaft vor dem Schloss eingefunden. Sie hielten Plakate mit der Aufschrift „Islam ist nicht Terror“ und „Terror hat keine Religion“ in die Höhe. „Wir wollen ein klares Zeichen setzen, dass der islamistische Terror nicht in unserem Namen stattfindet“, betonte Al-Mousllie. Gleichzeitig betonte er das friedliche Miteinander. „Muslime und Nicht-Muslime sollen Schulter an Schulter stehen“, sagte der Vorsitzende. Sein Versuch, alle islamischen Gemeinden für die Demonstration mit ins Boot zu holen, war im Vorfeld allerdings gescheitert.

Der Rat der Muslime, der in Braunschweiger die fünf große islamischen Gemeinden vertritt, hatte eine Teilnahme abgesagt. Der Aufruf sei für sie zu kurzfristig gekommen, bedauerte Sadique Al- Mousllie. „Letztlich ist aber gar nicht wichtig, wie viele dabei sind, sondern was gesagt wird“, so der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Braunschweig.

Für die Mahnwache vor dem Schloss hatte Al-Mousllie, der auch Vorsitzender des Zentralrats der Muslime für Niedersachsen ist, eigens eine Einladung nach Berlin abgelehnt. „Braunschweig ist wichtig“, betonte er. Schon länger trug sich die Islamische Gemeinschaft Braunschweig mit dem Gedanken, verstärkt auf die Straße zu gehen, sich öffentlich für Toleranz und gegen religiösen Fanatismus auszusprechen. Den letzten Anstoß dazu gaben letztlich die Demonstrationen von Pegida, das Attentat von Paris und verbale bis handfeste Angriffe auf Muslime.

„Wir brauchen dringend einen Dialog. Denn auch wenn wir ausdrücklich den Ruf nach Meinungs- und Pressefreiheit unterstützen, können wir doch nicht gutheißen, dass unser Prophet, den wir tief verehren, in Karikaturen verunglimpft wird“, gab Al -Mousllie zu bedenken.

Für die Braunschweiger Muslime war die Mahnwache am Dienstagabend vor dem Schloss deshalb auch der Auftakt für eine ernsthaftere Auseinandersetzung zwischen den Religionen. „Trauen Sie sich bitte, in die Moscheen zu kommen und fragen Sie uns ein Loch in den Bauch“, lud er die deutschen Zuhörer der Demonstration ein.
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