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Mahlzeit: Essen in der Schule

Neue Vernetzungsstelle will helfen und beraten

Von Ingeborg Obi-Preuss

Braunschweig. Rezepte für gutes Essen in der Schule: Eine neue Anlaufstelle will die Zutaten liefern.

„Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen“ heißt es etwas bürokratisch, dahinter verbirgt sich ein von Bund und Land finanziertes Angebot, rund 80 Besucher waren jetzt zu einer ersten Auftaktveranstaltung eingeladen.
„Zahlreiche Schulen wollen oder müssen Essensangebote machen, wissen aber gar nicht, wie sie das anstellen sollen“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Katharina Dube von der Vernetzungsstelle. Hier setzt ihre Arbeit an. Zum einen geht es um logistische Hilfestellung: Wie richte ich eine Mensa ein? Wie finde ich den passenden Caterer? Wer bezahlt was? „Außerdem wird die Verantwortung der Schulen rund um das Thema Ernährung immer größer“, sagt Dube. Aber das könnten Lehrer nicht allein leisten, hier sei Unterstützung gefragt.

Gesund soll sie sein, lecker schmecken, günstig im Preis und qualitativ einwandfrei – die Anforderungen an Schulverpflegung sind vielfältig. Ganz davon abgesehen, dass zahlreiche Schulen erst die Voraussetzungen schaffen müssen, um überhaupt Essen anbieten zu können. Licht in das komplexe Thema will die „Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen“ bringen. Bei einer ersten Veranstaltung stellte die Vertreterin der Braunschweiger Zweigstelle, Katharina Dube, die Pläne vor. Die nB sprach mit der Ernährungswissenschaftlerin.

? Sie sind mit Ihrer Vernetzungsstelle seit dem 1. April aktiv, was ist Ihre Aufgabe?

! Wir wollen die Schulen dabei unterstützen, die ‘Qualitätsstandards für die Schulverpflegung’ umzusetzen.

? Um welche Standards geht es da?

! Der Bund hat 2005 einen Aktionsplan für gesunde Ernährung und mehr Bewegung aufgestellt, in dessen Rahmen hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung die Standards für Schulverpflegung ermittelt. Die Vernetzungsstelle – finanziert von Bund und Land – soll nun helfen, diese Standards umzusetzen.

? An wen richtet sich Ihr Angebot?

! Als zentrale Anlaufstelle für fachliche, organisatorische und logistische Fragen stehen wir den Schulen in den Räumen der Landesschulbehörde in Lüneburg und in deren Standorten in Braunschweig und Osnabrück beratend zur Seite. Zielgruppen sind Schulträger, Schulleitungen, Lehrkräfte, pädagogisches Personal sowie Multiplikatoren.

? Mit welchem Ziel arbeiten Sie?

! Wir fungieren vor allem als Bindeglied zwischen schulischen Akteuren aller Gremien und außerschulischen Anbietern.

? Wie sehen Ihre Angebote aus?

! Wir bieten Workshops und Fortbildungsveranstaltungen, initiieren und betreuen regionale Netzwerke. Weitere Arbeitsfelder sind: Ernährungsbildung im Schulalltag, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Qualitätsentwicklung in Schulen und Möglichkeiten zur Akzeptanzsteigerung von Schulverpflegung.

? Wie sind die ersten Reaktionen nach Ihrer Auftaktveranstaltung?

! Die meisten Vertreter von Schulen sind dankbar, dass sie eine Anlaufstelle gefunden haben, denn eigentlich ist es nicht die Aufgabe von Schule, Mensen oder Essensausgaben zu organisieren. In der Praxis aber müssen sie genau das tun. Und damit nicht jede Schule das Rad neu erfinden muss, wollen wir mit unserem Netzwerk erfolgreiche Modelle für andere kopierbar machen. Denn man kann ’zig Broschüren lesen, richtig erfassen lässt sich ein Ablauf erst, wenn er erlebbar ist.

? Gibt es solche Modelle bereits in Braunschweig?

! Auf jeden Fall. Die BBS 5 beispielsweise, in der unsere Auftaktveranstaltung stattfand, hat ein sehr gutes Konzept, hier kochen die Schüler für Schüler und beliefern gleich eine andere Schule noch mit. Oder auch die Freie Schule hat das Thema Verpflegung vorbildlich umgesetzt, hier wird ein Kinderkoch-Führerschein angeboten. Aber es gibt keine generellen Rezepte, für jede Schule muss ein eigener Weg gefunden werden. Und dazu ist es wichtig, dass alle Akteure – Schulträger, Schulleitung, Eltern, Caterer und noch viele mehr – an einem Tisch sitzen und die Planung in die Hand nehmen. Wir stehen gern dabei beratend zur Seite.

? Wie viele Berater stehen für wie viele Schulen zur Verfügung?

! Pro Standort haben wir einen Berater. Das heißt, insgesamt drei für 3300 Schulen. Aber wir entwickeln gerade ein Konzept, um dennoch möglichst effektiv beraten zu können. Oft hilft ja schon eine Adresse oder ein kurzes Gespräch.
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