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„Machen statt Meckern“

Bastian Michel, Vorsitzender der Familienpartei und Bundestagskandidat seiner Partei. Foto: regios24/Yvonne Nehlsen

Die Familien-Partei Wolfsburg nominiert Bastian Michel zum Bundestagskandidaten.

Von Jörg Kleinert, 09.05.2017.

Helmstedt/Wolfsburg. Bastian Michel weiß, dass er aneckt. Zumindest in seiner kommunalpolitischen Arbeit. Michel sitzt für die Familien-Partei im Ortsrat Detmerode. Er ist zudem stellvertretender Bundesvorsitzender der seit 1961 existierenden Partei, der bundesweit nur 600 Mitglieder angehören.

Nun möchte Michel auf die große politische Bühne. Ein erster Schritt ist getan. Die Familien-Partei nominierte den 36-jährigen Detmeroder zum Direktkandidaten im Wahlkreis 51 (Helmstedt-Wolfsburg) für die Bundestagswahl am 24. September. Von politischen Mitstreitern der großen Parteien werde er oft belächelt, weiß Michel. Stelle er im Rat Anträge – etwa zur Schaffung eines Hundeklos im Detmeroder Bürgerpark – , würden die von Ratskollegen schon mal als „Showanträge“ bezeichnet, erzählt der gelernte Bürokaufmann, der heute als Sozialassistent arbeitet. „Ich laufe im Politischen oft gegen Wände, wenn ich etwas erreichen möchte.“

Im Herbst 2014 schloss sich Michel zunächst der Partei Die Linke an, „weil sich deren Ansichten zu Pflege oder Kinderarmut mit meinen deckten“. Es blieb ein kurzes Intermezzo, denn Michel erlag im Sommer 2015 nach eigenem Bekunden dem Werben der Familien-Partei. Mit deren Themen – Lehrmittelbefreiung, kostenlose Kita-Plätze, kostenlose Bildung bis zum Erststudium, ein faires Steuersystem für Familien – identifizierte sich Michel. Und er lebt und liebt das Motto der Partei: „Machen statt meckern“. Er mag es, Dinge zu organisieren, sagt Michel. Zum Beispiel das Stadtteilfest oder den Frühjahrsputz in und für Detmerode, wo der 36-Jährige mit seiner Familie lebt.

Im Herbst 2015 fuhr Michel als Neumitglied zum Landesparteitag der Familien-Partei, bei dem überraschend der komplette Vorstand zurücktrat. Michel, obwohl Einsteiger, wurde von den Mitgliedern ins kalte Wasser geworfen. Der vierfache Familienvater übernahm den Landesvorsitz, gab ihn allerdings im vergangenen Monat wieder ab. Nun konzentriert sich der Detmeroder auf die Parteiarbeit vor Ort und auf den Bundestagswahlkampf. Neben Wolfsburg soll die Familien-Partei künftig auch in Braunschweig, Gifhorn und Helmstedt Flagge zeigen.

Das Problem in Helmstedt: „Wir haben dort derzeit weder ein Team noch einen Kandidaten.“ Michel ist entschlossen, dabei zu helfen, die Familien-Partei in den kommenden Jahren Schritt für Schritt mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen. „In Niedersachsen sagen wir uns: Wir treten künftig bei jeder Wahl an.“ Michel versucht gleich, die bundespolitische Bühne zu betreten. Seine Chancen? „Ich bin nicht blauäugig. Wir wissen um unsere geringen Chancen.“


Nachgehakt bei Bastian Michel - Zehn Fragen an den Bundestagskandidaten

?Ich kandidiere für den Bundestag, weil…

!…Veränderungen nur durch neue Gesichter im Bundestag möglich sind. Außerdem möchte ich die Stimmen des Protests nicht der AFD überlassen.

?Für meinen Wahlkreis will ich in Berlin vor allem erreichen, dass...

!…Familien eine Stimme erhalten. Familienpolitik kann nur von Familien gemacht werden.

?Wenn ich in Berlin nur ein einziges politisches Projekt umsetzen dürfte, dann wäre das...

!…ein familienfreundliches Steuersystem, ein stark überarbeitetes Bildungssystem und ein Sanierungskonzept für Schulen und Kitas wären der Anfang.

?Immer mehr Menschen wenden sich von der Politik ab, weil...

!...sie kein Vertrauen mehr in die Politik haben.

?Die Schlagzeile, die ich am liebsten über mich lesen würde, sollte lauten:

!„Politischer Außenseiter zieht mit Direktmandat in den deutschen Bundestag.“

?Meine politischen Vorbilder sind...

!… zum Einen unser neuer Landesvorsitzender Carsten Krehl, welcher nach 20 Jahren SPD-Parteizugehörigkeit einen Schlussstrich zog und bei uns ganz neu anfing. Das braucht Mut, das bewundere ich und zum anderen natürlich meine eigenen Kinder, welche jetzt schon als Schülersprecher „politische“ Verantwortung übernehmen.

?Meine größten persönlichen Stärken sind...

!…Durchsetzungsvermögen, Überzeugungskraft und Begeisterungsfähigkeit, ganz nach meinem Leitsatz „Mitmachen geht nur über vormachen.“

?Meine größten persönlichen Schwächen sind...

!…gerade meine fehlende Zeit für die eigene Familie. Ansonsten bin ich als Stier oft stur und will mit dem Kopf durch die Wand.

?Mein Lebensmotto lautet:

!…„Man wächst mit seinen Aufgaben“ und „Machen statt meckern.“

?Wenn ich nicht in den Bundestag gewählt werde, dann...

!…werde ich weiterhin die Familien-Partei aufbauen und die Teams auf Wahlen auf die Landtagswahlen im Januar vorbereiten.
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