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Lust auf Zukunft: Zehn Firmen werben um Nachwuchs-Talente

Firmen und Schulen veranstalteten Berufe-Parcours – „Krise schreckt Absolventen ab“

Von Birgit Leute, 28.11.2009

Braunschweig. Arbeitgeber schlagen Alarm: Trotz Krise gehen der Wirtschaft die Fachkräfte aus. „Die Erwartungen und Kennntisse der Schulabgänger passen oft nicht mit den Anforderungen der Berufe überein“, nennt Ulrich Rode von der Stiftung Niedersachsen Metall einen der Gründe.

Laut einem aktuellen Arbeitsmarkt-Report von Dekra gehören Elektroniker, Elektroingenieure oder Maschinebauer inzwischen zu den zehn am häufigsten gesuchten Berufen. „Leider wirkte die Krise – etwa in der Automobilindustrie – abschreckend auf die Absolventen“, sagt Rode. Der Bildunsgreferent ist jedoch überzeugt: „Die Konjunktur wird wieder anziehen, dann brauchen wir dringend den Nachwuchs.“
Wie dieser gewonnen werden kann, demonstrierten die Stiftung sowie ansässige Firmen und berufsbildende Schulen der Region bei einem Berufe-Parcours in der Integrierten Gesamtschule Franzsches Feld. Eigentlich wollte Alina Przywara Tierärztin werden. Nach einem Rundgang im Berufe-Parcours hat die 13-Jährige einen neuen Berufswunsch: Mechatroniker. „Genau das wollten wir erreichen“, freut sich Ulrich Rode. Oft, so der Bildungsbeauftragte, verbände sich gerade mit Berufen der Metall- und Elektroindustrie ein falsches Bild. „Neulich fragte mich ein Schüler ‘Warum soll ich eine Ausbildung als CNC-Fräser machen? Da komme ich dreckig und ölverschmiert nach Hause‘.“ Hätte dieser Jugendliche den Berufe-Parcours gemacht, wüsste er: Ein Fräser bekommt keine schmutzigen Hände mehr; er arbeitet heute zum größten Teil am Computer.
Bereits zum zweiten Mal hatte die veranstaltende Stiftung Niedersachsenmetall die Infoveranstaltung für die achten und neunten Klassen ausgerichtet. Firmen und Schulen der Region zeigten an ihren Ständen kleine Experimente, gaben sich jedoch nicht sofort zu erkennen. „Beim Parcours kommt es allein auf die Berufe an. Niemand sollte sich im Vorfeld von besonders klingenden Namen der Branche beeinflussen lassen“, erklärt Rode.
Auch Pascal Abel stand den Schülern Rede und Antwort. Derzeit studiert er Energie- und Gebäudetechnik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfenbüttel. Gleichzeitig ist er Auszubildender der Firma Solvis. „Das duale Studium liegt im Trend. Wenn ich einmal fertig bin, bringe ich gleich noch fünf Jahre Berufserfahrung mit“, sagte Abel. Am meisten hatten ihn an den beiden Tagen die Mädchen beeindruckt. „Sie sind viel offener auf uns zugegangen und besser in Mathematik und Physik als ihre männlichen Mitschüler“, musste er erstaunt feststellen.
Damit sich Jungen und Mädchen nicht gegenseitig Konkurrenz machten und entspannter „stöbern“ konnten, wurden sie getrennt durch den Parcours geschickt. „Eine gute Idee und eine gute Veranstaltung“, freut sich Andreas Meisner, Schulleiter der IGS Franzsches Feld, eine, der fünf teilnehmenden Schulen. Meisner: „Natürlich sind auch die Praktika nützlich, aber manchmal sind die Schüler dort drei Wochen in Bereichen gefangen, die sie doch nicht interessieren.“
Vielleicht hat Alina ja Glück. Ihr abschließender „Bewerbungsbogen“ wird bei einer der teilnehmenden Firmen landen, die sich eventuell später bei ihr für ein Praktikum melden.
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