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Licht am Ende des Tunnels

Zeitarbeitsbranche spürt Frühjahrsbelebung

Von Birgit Leute, 10.03.2010

Braunschweig. „Die Frühjahrsbelebung ist deutlich zu spüren.“ Maik Molzahn, von der Zeitarbeitsfirma Plan B ist zufrieden. Nach einem drastischen Einbruch durch die Wirtschaftskrise seit Herbst 2008 sieht die Zeitarbeitsbranche endlich wieder Licht am Ende des Tunnels.

„Leiharbeiter sind die Verlierer der Krise“, „Erst ausgebeutet, dann entlassen“ – noch vor eineinhalb Jahren überschlugen sich die Hiobsbotschaften. Tatsächlich war in nur zwölf Monaten die Zahl der Leiharbeiter bundesweit von mehr als einer Million auf 650 000 gesunken.
Vor allem die Helfer wurden von den krisengeschüttelten Unternehmen als erste nach Hause geschickt. „In unserer Region waren vor allem die Bereiche Maschinenbau, Stahl und die Lkw-Hersteller betroffen“, ordnet Molzahn bei der gestrigen Zeitarbeitsmesse ein. Rolf Rosenplänter von der Agentur für Arbeit ist jedoch überzeugt: „Die Zeitarbeit ist besser als ihr Ruf: Sie half in der Krise sogar, Arbeitslosigkeit zu verhindern.“ Rosenplänter kritisiert damit vor allem die Medien, die das Thema Entlassungen „ordentlich hochgekocht“ hätten. „Man darf eines nicht vergessen: Leiharbeiter, die aufgrund der konjunkturellen Lage in einer Firma abgezogen wurden, standen nicht unbedingt auf der Straße. Sie kamen in einem anderen Bereich wieder unter.“
Überhaupt nicht betroffen waren zum Beispiel die Gesundheitsbranche und die Lebensmittelindustrie. „Wer in Krankenhäusern oder in der Altenpflege eine Arbeit sucht, kann sich die Stellen aussuchen“, unterstreicht Frank Krissel vom Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und der Arge. Bereits zum dritten Mal hatte seine Abteilung am vergangenen Dienstag eine „Zeitarbeitsmesse“ veranstaltet. Mehr als 30 Braunschweiger Agenturen präsentierten sich im Berufsinformationszentrum – mit ungebrochenem Optimismus.
„Keine der Firmen hat im vergangenen Jahr die Waffen strecken müssen“, so Timo Kobbe vom Arbeitgeber-Service. Je breiter eine Zeitarbeitsagentur aufgestellt gewesen sei, desto weniger habe sie die Krise getroffen. „In der ganzen Stadt gibt es 80 Agenturen – da ist der Konkurrenzkampf enorm.“ Nichtsdestotrotz: Der Wirtschaftseinbruch hat die Branche sensibilisiert. Erstmals sammelt der Arbeitgeber-Service nach der Messe Rückmeldungen von den Zeitarbeitsfirmen. Kobbe: „Die Zeitarbeit ist auch ein Indikator für die Wirtschaft. Sechs Monate lang schauen wir deshalb, was mit den Bewerbern, die sich bei der Messe vorgestellt haben, passiert. Können sie sofort in Arbeit vermittelt werden? Welche Branche zieht jetzt an? Sicher ist, werden die Zeiten besser, dann sind die Leiharbeiter die ersten, die wieder eingestellt werden.“
Um der großen Nachfrage nach Plattformen wie der „Zeitarbeitsmesse“ gerecht zu werden, plant der Arbeitgeber-Service außerdem, ab April regelmäßig eine Informationsrunde im Berufsinformationszentrum einzurichten, zu der jeweils eine Zeitarbeitsfirma und Bewerber eingeladen werden. „Hier können Bewerbungsgespräche geführt werden, aber es besteht auch die Möglichkeit zu Diskussionen“, unterstreicht Kobbe. Und er ist überzeugt: „Die Zeitarbeit war und ist ein Sprungbrett in einen festen Job. Vor eineinhalb Jahren war dieser so genannte, ‚Klebeeffekt‘ sehr hoch. Noch wissen wir nicht, wie es 2010 sein wird.“
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