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Krankenhaus Holwede: Macht die Stadt schon Nägel mit Köpfen?

Voraussichtlich 2023 wird das Krankenhaus Holwedestraße geschlossen. An seiner Stelle soll ein neues Wohngebiet entstehen, um das jetzt wieder Diskussionen entbrannt sind. Foto: Tarik Dulich

Linke und BIBS hakten bei der Verwaltung nach und unterstützen alternatives Wohnen.

Von Birgit Wiefel, 21.03.2018.

Braunschweig. Luxuswohnungen oder Quartierszentrum für alle? Fünf Jahre wird das Krankenhaus Holwedestraße mindestens noch in Betrieb sein, doch die Diskussionen, was einmal aus dem Gebäude werden soll, reißen nicht ab. Ganz im Gegenteil.

Die Linke hatte in der jüngsten Ratssitzung noch einmal nachgehakt und auf das „Netzwerk Gemeinsam Wohnen“ verwiesen, das inzwischen eine Arbeitsgruppe gegründet habe, die sich mit der Entwicklung des Krankenhauses zu einem Wohn- und Quartiersprojekt befasse.

Die BIBS unterstellte der Verwaltung gar, wichtige Informationen zurückzuhalten. „Offenbar sind die Planungen zur Nachnutzung des Klinikums Holwedestraße in Braunschweig weiter fortgeschritten als bislang von der Stadtverwaltung zugegeben“, vermutet die Fraktion diese Woche in einer Mitteilung.

2019 städtebaulicher Wettbewerb geplant

Fakt ist: Das Krankenhaus Holwedestraße wird schließen, sobald das Zwei-Standorte-Konzept des Klinikums umgesetzt ist – nach jetzigem Stand im Jahr 2023.
Vier Jahre vor Ende des Betriebs will die Verwaltung einen städtebaulichen Wettbewerb ausschreiben. Das bestätigte Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer auf Anfrage der Linken. Ein Verkauf des Geländes an Privatinvestoren solle erst stattfinden, „wenn die Planverfahren abgeschlossen sind“.
Die Stadt favorisiert eine Wohnbebauung – und hält hier das sogenannte gemeinschaftliche Wohnen für möglich, bei dem mehrere Generationen in unterschiedlichen Wohnformen zusammenleben.
„Für ein Grundstück dieses Baugebiets wird für die Dauer eines Jahres einer Gruppe von Interessenten eine Ankaufsoption eingeräumt“ so Leuer. Lege diese ein tragfähiges Planungskonzept vor, komme die Ankaufsoption zum Tragen; andernfalls wird das Grundstück anderweitig vermarktet.
Grundsätzlich sei man für Gespräche mit dem Netzwerk Gemeinsam Wohnen und den Wohnungsbaugesellschaften offen, um an dem Standort ein Modellprojekt zum gemeinschaftlichen Wohnen zu entwickeln.

BIBS: „Zügige Gespräche“

Die BIBS befürchtet allerdings, dass die Stadt schon längst Nägel mit Köpfen macht,und verweist auf einen Bericht von BS-Energy aus dem Jahr 2017. „In der Holwedestraße sollen nach Angaben von BS-Energy 35 Einfamilienhäuser und 120 Wohneinheiten entstehen“, so die Fraktion. Die notwendige Infrastruktur für Strom, Wärme, Wasser und Glasfaser würde der Energieversorger bereits angehen. „Wir fordern die Stadt an dieser Stelle auf, zügig in Gespräche mit dem Netzwerk Gemeinsam Wohnen und der Arbeitsgruppe zur Entwicklung eines Wohn- und Quartiersprojektes für das Westliche Ringgebiet über die Nachnutzung einzutreten“, forderte Astrid Buchholz, Fraktionsvorsitzende der BIBS. Bislang seien alle Versuche gescheitert, mit der Stadt ein gemeinsames Projekt zu realisieren. „Das muss sich dringend ändern“, so Astrid Buchholz.
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