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Kommentar: Roselies - Warum regt sich erst jetzt Widerstand gegen die Standortwahl? – Ein Erklärungsversuch

Der "Garten der Erinnerung" wird Zankapfel.

Von Marion Korth, 01.10.2016.

Braunschweig. Das Problem: In den Verwaltungs- und Beschlussvorlagen findet sich kein genauer Lageplan, sondern nur eine schriftliche Ortserklärung sowie eine Gestaltungsskizze für die Bepflanzung (das bemängelt jetzt auch die BIBS).

Vorgeschlagen wird als Standort „… ein bereits angelegter Grünzug im Baugebiet ’Roselies-Kaserne’. Eine zentrale Platzfläche östlich der Kindertagesstätte in direkter Nähe des Spielplatzes stellt den Mittelpunkt des zukünftigen Erinnerungsortes dar.“
Wer die Örtlichkeiten kennt, weiß, dass diese Beschreibung fast mehr noch auf die Grünfläche am Ende der Roseliesstraße am Wendehammer zutrifft als auf den eigentlich gewählten Standort. Nachdem in der SPD-Stadtteilzeitung ein Foto des Bereiches, in dem der Garten entstehen soll, abgebildet war, stand für die Anwohner fest, dass es nicht um „ihren“ Bolzplatz gehen kann, sondern der Garten weiter südlich entstehen wird. Eine genauere Nachfrage habe danach niemand mehr für nötig gehalten.

Die Reaktionen: SPD-Bezirksbürgermeister Jürgen Meeske sieht in dem gewählten Standort kein Problem: „Die Siedlung ist so großzügig gestaltet, hat auch einen Spiel- und Jugendplatz, da haben die Kinder genug Alternativen zum Spielen.“ Von mangelnder Information könne keine Rede sein. Zwei öffentliche Stadtbezirksratssitzungen haben zu dem Thema stattgefunden, außerdem ein Gespräch beim Ortsteilheimatpfleger mit Beteiligung der Kulturverwaltung, außerdem eine Bürgersprechstunde mit Kulturdezernentin Dr. Anja Hesse, die Bürger ins Kulturinstitut eingeladen und ihnen dort die Pläne erläutert habe. Dieses Angebot hätten einige Anwohner genutzt, sagt Meeske. Als ehrenamtlich tätiger Bürgermeister könne er nicht an jeder Haustür klingeln, Informationsmöglichkeiten habe es trotzdem genügend gegeben.
Für Karl Grziwa (CDU), Vorsitzender des Stadtrates, kommt die jetzige Standortdiskussion „völlig überraschend“. Gerade nach dem langen Prozess der Entscheidungsfindung. Der Standort des Gartens sei von allen akzeptiert und im Einvernehmen mit dem Stadtbezirksrat gewählt worden.
Dr. Anja Hesse verweist auf die Stadtbezirksratssitzung im Februar, wo die Planungen vorgestellt worden seien. Den Vorwurf, die Stadt habe nicht klargestellt, wo der Garten sich befinden soll, wies sie zurück.

Die Hoffnung: Die Anwohner wünschen sich sehr, dass es noch zu einem Ortstermin kommen wird. Sie haben neue Standortvorschläge, nur wenige Meter weiter, denn: „Es stimmt nicht, dass wir den Garten nicht vor der Tür haben wollen“, sagen sie.
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