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Klinikum steht gut da

Der Jahresabschluss 2015 weist einen leichten Überschuss aus.

Von Andreas Konrad, 09.07.2016.

Braunschweig. Durchaus zufrieden präsentierte Oberbürgermeister Ulrich Markurth in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender gestern den Jahresabschluss des Klinikums.

„Das, was maximal erzielbar ist, haben wir erzielt“, lautete sein Fazit. In Zahlen: Der Jahresabschluss weist bei rund 286 Millionen Euro Umsatz einen Überschuss von gut 1,22 Millionen Euro aus,46 000 Euro mehr als im Vorjahr, und das, obwohl das Kerngeschäft – die medizinische Versorgung von Menschen – defizitär ist.
Fast 180 000 Patienten versorgte das Klinikum im Jahr 2015 stationär oder ambulant, 1500 mehr als im Jahr davor. Doch trotz dieser Zunahme an Patienten sinken die Erlöse. Die Ursache dafür seien zum einen gesetzliche Regelungen und zum anderen die Ausrichtung des Klinikums, wie Markurth erläuterte: „Wir sehen uns als kommunales Haus in der Verantwortung eine Maximalversorgung zu garantieren.“ Das heißt, es werden auch die Bereiche abgedeckt, die besonders verlustbringend sind.

Während sich private Kliniken auf Fachbereiche spezialisieren würden, „differenzieren wir nicht nach Rosinen“, beschreibt Dr. Andreas Goepfert, seit Jahresbeginn neuer Geschäftsführer des Klinikums, die Politik des Hauses. Konkret bedeutet dies, insbesondere der in den vergangenen zehn Jahren jährlich um 1000 Fälle angestiegene Bereich der Notaufnahmen führe zu einem „deutlich siebenstelligen Defizit“. Um hier gegenzusteuern, seien die Verlegung des ambulanten vertragsärztlichen Bereitschaftsdienstes und die Einrichtung einer sogenannten Kurzliegerstation am Standort Salzdahlumer Straße wichtige Schritte gewesen, so Goepfert weiter.

Personell hat sich die Zahl der Vollzeitkräfte im Geschäftsjahr auf 2853 (plus 47) erhöht. Hinzu kommen rund 270 Auszubildende und 710 Mitarbeiter in den Tochtergesellschaften Klinikdienste, Textilservice, Bistro und Medizinische Versorgungszentren. Zusammen mit Teilzeitkräften sind derzeit mehr als 4600 Mitarbeiter beschäftigt. Pflegedirektor Ulrich Heller betonte, dass ein Teil der Überschüsse in die Rekrutierung und Fortbildung von Personal gesteckt werde. Der ärztliche Direktor, Dr. Thomas Bartkiewicz, ergänzte, dass man auch stark in neue Geräte investiere, um den sehr hohen medizinischen Standard des Klinikums auch künftig gewährleisten zu können.

Dass am Ende aber überhaupt ein Überschuss in den Büchern steht, ist vor allem zwei Faktoren zu verdanken: Der profitablen, hauseigenen Apotheke und dem Verkauf des Standortes Gliesmaroder Straße, der als außerordentlicher Ertrag auch so geplant gewesen sei, so Markurth. Was die Liegenschaften betrifft hat das Klinikum mit dem bis 2021 aufzugebenden Standort Holwedestraße und dem Verwaltungssitz Freisestraße noch einige Sahnestücke im Anlagevermögen.
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2 Kommentare
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Susanne Schmedt aus Braunschweig - Innenstadt | 10.07.2016 | 09:26  
90
Peter Rosenbaum aus Braunschweig - Innenstadt | 11.07.2016 | 12:55  
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