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„Kinder geben viel zurück“

Drei Rentner wurden zu Spielpaten in der städtischen Kita Peterskamp

Von Birgit Leute

Braunschweig. Der Donnerstag ist ein besonderer Tag für Joachim Koch. Dann packt der 85-Jährige seine kleine elektrische Säge ein und geht in den Kindergarten – zum Spielen. Koch ist seit zwei Jahren Pate in der städtischen Kita Peterskamp.

Als Mann in einem Kindergarten ist Koch immer noch ein Novum. „Haben Sie sich da ganz genau über die Hintergründe informiert?“, fragten die Eltern anfangs misstrauisch. Aber Leiterin Angelika Günther hatte dies getan und konnte sie beruhigen. „Die Kinder lieben ihn. Mit ihm können sie nach Herzenslust basteln und sägen und lernen nicht zu letzt, mit älteren Menschen zusammenzusein – genau das, was wir seit zehn Jahren erreichen wollen“, so die Leiterin.
Der generationsübergreifende Ansatz ist ein Schwerpunkt des Kindergartens. Zweimal im Monat besuchen die Kinder zum Beispiel die Senioren des angrenzenden Awo-Altenheims. Doch die zunächst geplanten regen Aktivitäten mit den Bewohnern, scheiterten letztendlich an deren Gebrechlichkeit. „Wer heute in ein Altersheim kommt, ist meist schon sehr alt, krank, oder zum Teil dement, da funktionieren viele Unternehmungen wie gemeinsames Kochen oder Singen nicht mehr“, sagt Günther.
Umso mehr freut sie sich über die drei Paten, die seit 2005 regelmäßig in den Kindergarten kommen. „Als meine Frau vor zweieinhalb Jahren starb, brauchte ich einfach eine Aufgabe“, nennt Joachim Koch seine ganz persönlichen Gründe für den Besuch im Kindergarten. Angelika Meißner dagegen wurde der Vorruhestand einfach zu langweilig. Das wöchentliche Spiel mit den Drei- bis Sechsjährigen brachte wieder Leben in ihr Leben. „Die Kinder geben mir soviel zurück, allein deshalb lohnt sich der Vormittag einmal in der Woche“, erzählt sie mit glänzenden Augen.
Die ehrenamtlichen Paten sollen den Kindergärtnerinnen nicht die Arbeit abnehmen, betont Angelika Günther. „Aber sie sind uns eine große Hilfe, wenn es darum geht Ausflüge zu organisieren oder einen Besuch auf dem Markt“, wirbt sie für weitere Patenschaften.
Joachim Koch – der „Opa auf Zeit“ – kann sich ein Leben ohne die kleine Rasselbande gar nicht mehr vorstellen. „Wenn noch mehr Männer wüssten, wie schön und erfüllend die Stunden mit den Kindern sind, sie würden sofort hierher kommen.“ Informationen zu den Patenschaften erteilt der städtische Fachbereich Kinder, Jugend und Familie, Telefon 4 70 84 15.
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