Anzeige

„Keine weiteren Sporthallen“

Am Hungerkamp soll eine Leichtbauhalle zur Flüchtlingsunterbringung stehen. Foto: T.A.
 
Thema Leichtbauhallen-Standort sowie dezentrale Unterkunft in Bienrode: Voll besetzt war die Begegnungsstätte Am Soolanger. Anwohner, Nachbarn und weitere Besucher waren zu der Informationsveranstaltung der Stadt gekommen. Foto: Ammerpohl

Vier Sporthallen werden zur Flüchtlingsunterbringung genutzt – Leichtbauhallen als Ersatz.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 08.03.2016.

Braunschweig. Ab kommenden Montag wird mit der Sporthalle der Nibelungen-Realschule die inzwischen vierte Sporthalle für die Unterbringung von Flüchtlingen umgenutzt. „Unser Ziel ist es, keine weiteren Hallen mehr für den Sport schließen zu müssen“, sagte Marion Becker vom Fachbereich Soziales und Gesundheit jetzt bei einer Info-Veranstaltung in der Begegnungsstätte am Soolanger. Da der Zuzug von Flüchtlingen aber nicht abreiße, werde die Stadt wie angekündigt Leichtbauhallen aufstellen. Hier sollen neuankommende Flüchtlinge wohnen, bis sie in eine der geplanten 16 dezentralen Unterkünfte umziehen können.

Der Bau dieser 16 Unterkünfte dauert, deshalb die Hallen als Übergang. Die erste soll noch in diesem Sommer Am Hungerkamp eingerichtet werden, ab September ist dort die Aufnahme von bis zu 200 Menschen geplant. Auch das Konzept für die dezentrale Unterkunft in Bienrode wurde vorgestellt.
Die Stimmung unter den Besuchern war ziemlich aufgewühlt, Sorgen und Ängste wurden formuliert.

„Angekündigt für unseren Stadtbezirk waren drei Plätze für Flüchtlingsunterkünfte – jetzt haben wir noch etwas dazubekommen“. Gerhard Stülten ist Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk 112, und der Mann hat es im Moment nicht leicht. Montagabend leitete er die Informationsveranstaltung, bei der den Bürgern seines Bezirks eröffnet wurde, dass zu den geplanten dauerhaften Unterkünften für Flüchtlinge nun noch eine Halle dazukommt.

„Um uns über die Zeit zu retten“, begründete Michaela Springhorn, Leiterin des Fachbereichs Hochbau und Gebäudemanagement, diesen Schritt. Die Grundstückssuche gestalte sich extrem schwierig, jetzt sei die Wahl auf den Hungerkamp gefallen. „Ich bringe Ihnen hier zunächst eine Arbeitsskizze mit“, warb Springhorn um Verständnis. Anregungen und Verbesserungsvorschläge würden auf jeden Fall aufgenommen werden.

Doch die Nachbarn und Anlieger sind zunächst ziemlich sauer. Sie fühlen sich überrumpelt von der Schnelligkeit, nicht ernst genommen, nicht genügend informiert. „Wir sind im Galopp unterwegs“, erklärte Springhorn dazu die Eile der Verwaltung. Das alles sei schlichtweg der Not der aktuellen Situation geschuldet.
Das Standortkonzept für Bienrode wurde in allen Einzelheiten erläutert, es soll zweigeschossig werden und sich durch eine Holzverkleidung möglichst gut in die Umgebung einpassen. „Ein ansehnliches Konzept“, sagte Springhorn, „so hübsch wie möglich.“

Ein Zaun sei nicht vorgesehen, denn die Unterkunft soll keinen Lagercharakter bekommen. Erste Hinweise, dass beispielsweise der geplante Müllplatz zu dicht an Nachbarhäusern geplant sei, nahmen die Verwaltungsfachleute auf und versprachen Verbesserungen.

Für die Integration der Menschen in Bienrode ebenso wie Am Hungerkamp warben Marion Becker und Norbert Rüscher. Die Verwaltungsfachleute verwiesen auf Ortsteile wie Heidberg oder Watenbüttel, wo bereits Flüchtlinge wohnten und wo es ein gutes Miteinander gäbe.

„Versucht mal, ’ne besser Lösung zu finden“, forderte ein Besucher zum Schluss unter dem Applaus der anderen Gäste. „Es dauert nicht lange, dann steht hier die erste Moschee“, rief ein anderer Gast aufgebracht.
Aber auch von einem Willkommensfest wurde gesprochen und es gab ebenso Applaus für den Hinweis des Bürgermeisters, nicht mit Abneigung auf die Flüchtlinge zu reagieren.
Aber auch er bat um Überprüfung, ob es nicht Alternativen für den Standort der zusätzlichen Leichtbauhalle gebe. Mit den zwei geplanten Unterkünften sei sein Stadtbezirk ausgelastet.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.