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„Keine Villen auf die Kälberwiese“

Hans Junge fordert günstige Mietwohnungen auf dem Gelände Kälberwiese. Foto: T.A.

Stadtteilkonferenz Süd fordert günstige Mietwohnungen auf dem Sportplatzgelände.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 16.03.2014.

Braunschweig. Hans Junge macht sich Sorgen. „Immer mehr Menschen in Braunschweig finden keine Wohnung“, sagt der Mann, der mehr als 20 Jahre im Westlichen Ringgebiet als Sozialarbeiter aktiv war. Aktuell geht es ihm und seinen Mitstreitern von der Stadtteilkonferenz Süd um den Sportplatz Kälberwiese.

„Die Entwidmung des Sportplatzes steht unmittelbar bevor“, sagt Junge, „und bevor da schicke Villen gebaut werden, haben wir die Stadt aufgefordert, diese Fläche für sozialen Mietwohnungsbau zu nutzen.“ Die Stadt bestätigt die Planungen und versichert, dass „die Position der Stadtteilkonferenz Süd einbezogen“ werde. Zunächst würden die politischen Gremien informiert.
Direkt auf dem Sportplatz treffen wir Platzwart Klaus-Jürgen Pudil, er kümmert sich noch um den Betrieb, vor allem für den Mädchen- und Damenfußball. Und er befürchtet Altlasten unter dem grünen Rasen, „ich habe auch etwas von Asbest gehört“, erzählt er.

Hierzu sagt die Stadt: „Die Fläche des Sportplatzes Kälberwiese wird bei der Abteilung Umweltschutz als Altablagerung geführt. Ein Gutachten aus den 90er Jahren belegt, dass hier fast flächendeckend schwermetallhaltige Schlacken aufgebracht wurden. Von asbesthaltigen Materialien spricht das Gutachten nicht. Von den Schlacken ging während der Sportplatznutzung keine Gefahr aus. Auch eine Grundwassergefährdung liegt nicht vor.“ Bei neuen Planungen würde neu untersucht.

Für den Fall, dass der Sportplatz zum Baugebiet wird, hat sich die Stadtteilkonferenz, allen voran Hans Junge, positioniert. „Nach unseren Erkenntnissen fehlen mindestens 1900 Wohnungen in der Stadt, mindestens 8000 müssten alten- und behindertengerecht umgebaut werden“, sagt Junge. Alleinerziehende, Menschen mit Behinderungen, nach Haftstrafen, mit psychischen Problemen – „sie alle haben es extrem schwer auf dem Wohnungsmarkt“, sagt Junge.

Aus seiner Arbeit als Sozialarbeiter weiß er aber auch, wie wichtig eine eigene Wohnung ist. „Für die Integration ist ein Zuhause für die Menschen das A und O“ , sagt er. Und er fordert die Stadt auf, aktiver zu werden. „Neubaugebiete am Stadtrand für junge Familien sind zwar gut und wichtig, aber wir brauchen mehr“, fordert er. Gemeinsam mit den Wohnbaugesellschaften sollte die Stadt für günstige Mietwohnungen sorgen. Außerdem müsse Geld investiert werden, um vorhandene Wohnungen alters- oder behindertengerecht umzubauen. 15 000 bis 20 000 Euro pro Wohnung würde das kosten. „Das schaffen die Wohnbaugesellschaften nicht allein, das muss subventioniert werden“, sagt Junge.
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3 Kommentare
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Matthias Jüttner aus Westliches Ringgebiet | 16.03.2014 | 20:05  
6
NAM Dojoniz aus Braunschweig - Innenstadt | 06.05.2014 | 10:52  
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NAM Dojoniz aus Braunschweig - Innenstadt | 06.05.2014 | 10:52  
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