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Keine Sonderrechte

An der Langen Straße: Bis Freitagmittag war die Lage an der „Knöllchenfront“ entspannt. Auch ein dahinterstehendes Auto ohne Parkschein war noch nicht kontrolliert worden. Foto: Marion Korth

Stadt: Auch ausrangierte Feuerwehren im Dauerwerbeeinsatz bekommen Knöllchen.

Von Marion Korth, 25.04.2015.

Braunschweig. Sie gehören fast schon zum Stadtbild: Helmut Oortmanns Feuerwehren im Dauerwerbeeinsatz für seine Apotheke. Wochen-, ja mitunter monatelang stünden sie an einer Stelle, hat der Braunschweiger Michael Brand beobachtet.

Er ist selbst Geschäftsmann und hat gegen diese Form der Werbung nichts einzuwenden. „Aber das Schlimme daran ist, ich konnte noch niemals ein Ticket einer Politesse hinter den Scheibenwischern erkennen. Und ein Parkschein liegt ebenfalls nie im Fahrzeug (wie auch, wenn die Fahrzeuge monatelang unbewegt stehen)“, schreibt er uns.

Wir fragen nach, wird hier mit zweierlei Maß gemessen, haben ausrangierte Feuerwehren etwa Sonderrechte?

Die Stadt widerspricht und teilt schriftlich mit: „Die Behauptung, der Halter dieses Fahrzeugs werde nicht wegen Falschparkens verwarnt, trifft nicht zu. In diesem Jahr haben die Politessen bereits eine Reihe kostenpflichtiger Verwarnungen erteilt. Der Halter muss deshalb damit rechnen, dass ihm wegen beharrlicher Missachtung der Verkehrsregeln künftig Bußgelder auferlegt werden. Diese sind einschließlich Bearbeitungsgebühr höher. Die konkrete Höhe ist einzelfallabhängig und liegt im Ermessen der Behörde.“

Apotheker Helmut Oortmann fühlt sich bislang weder bevorzugt behandelt noch „gejagt“ – mit anderen Worten, er bekommt Knöllchen und nimmt das in Kauf. Wobei er betont: „Ich habe Achtung vor der Arbeit der Politessen. Diese gehen völlig neutral durch Braunschweig, allerdings nutzen sie nach meiner Erfahrung feste Laufstrecken. Wer diese kennt, schafft es, sieben Tage am Stück zu parken und lediglich zwei Tickets zu bekommen.“ Nach seinem Gefühl gebe es jedoch auch Strecken, die im Zwei-Stunden-Takt begangen werden. Mehr Kontrollgänge meint er auch zu bestimmten Anlässen und Zeiten festgestellt zu haben. Beispiele seien ATP-Turnier, Burgplatz-Open-Air, Eintrachtspiele, heiße Badetage am Heidbergsee oder Schlittschuhzeiten in Riddagshausen. „Aber das ist ein anderes Thema“, sagt Oortmann.

Derzeit steht eine der Feuerwehren an der Celler Straße, an einer Stelle, wo kein Parkschein erforderlich ist. Das ist entgegen oft anderslautender Vermutungen erlaubt, stellt die Stadt klar. Vorausgesetzt es handelt sich um Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen Gesamtgewicht, die zugelassen und betriebsbereit sind. Werden sie regelkonform und ordentlich auf einem Parkstreifen abgestellt, dürfen sie dort ohne zeitliche Einschränkung auch länger stehen.
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1 Kommentar
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Isabel Horn aus Braunschweig - Innenstadt | 25.04.2016 | 13:57  
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