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Kein Anruf unter dieser Nummer

Seit Dienstag gilt neues Gesetz gegen unerlaubte Telefonwerbung

Marion Korth

Braunschweig. Es beginnt oft mit einer harmlosen Frage und endet als knallhartes Verkaufsgespräch. Das Gesetz gegen unerlaubte Telefonwerbung soll uns besser schützen. Gestern ist es in Kraft getreten.

Das Gesetz stellt klar, dass Werbeanrufe nur noch zulässig sind, wenn der Angerufene vorher und nicht erst während des Gespräches ausdrücklich erklärt hat, dass er Werbeanrufe erhalten möchte. Auch bekommen Verbraucher mehr Möglichkeiten, Verträge zu widerrufen, die sie am Telefon geschlossen haben. Mehr darüber auch im nB-Interview.
Meinungsforschungsunternehmen müssten das wachsende Misstrauen der Bürger am ehesten zu spüren bekommen haben. „Beim Telefonmarketing war die Hälfte der Anrufe als Umfrage getarnt, dass hat die Bereitschaft, an unseren Umfragen teilzunehmen, nicht gerade erhöht“, sagt Professor Manfred Güllner, Geschäftsführer von Forsa, einem der führenden Markt- und Meinungsforschungsinstitute Deutschlands, auf Anfrage der nB. Ärgerlich seien besonders die Trittbrettfahrer, die zum Teil sogar den Namen des Institutes missbraucht hätten. Häufig sei das aber nur durch Zufall herausgekommen, dann, wenn es Nachfragen gegeben hätte.
Aber wie soll der Angerufene denn nun eine Meinungsumfrage von einer Verkaufsmasche unterscheiden? „Wenn nach der Bankverbindung gefragt wird, dann ist etwas faul“, sagt Güllner. „Wir verkaufen nie etwas.“ Angaben zu Alter, Geschlecht, manchmal auch der groben Einkommenshöhe würden in anonymisierter Form abgefragt. „Aber keine Kontonummer“, betont er. Die Frage nach der Adresse des Angerufenen sei „eine absolute Ausnahme“. So wie neulich, als Kandidaten für die Castingshow „Ich kann Kanzler“ gesucht wurden.
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