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Kasse ist leer, Zeit drängt

Bürgerinitiativen Flughafen und Nabu hoffen auf Unterstützung

Von Marion Korth

Braunschweig. Die Gegner des Flughafenausbaus wollen den Wald, der der verlängerten Start- und Landebahn weichen müsste, noch nicht aufgeben. Mit ihrer Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss waren sie vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg gescheitert. Ob sich in einem neuen Anlauf, dann vor dem Bundesverwaltungsgericht, noch etwas retten lässt, ist jedoch zuerst einmal eine Frage des Geldes.

„Ob wir weitermachen können oder nicht, hängt davon ab, ob wir kurzfristig den noch offenen Kostenbetrag von rund 18 000 Euro werden decken können“, sagt Uta Ernst von der Bürgerinitiative Hondelage-Dibbesdorf. „Ansonsten ist an dieser Stelle Schluss, dann fällt der Wald.“ Rechtsanwälte, Gutachter, Gerichtskosten – der Weg durch die Instanzen sei teuer. Dennoch wollen die Mitglieder der Bürgerinitiativen Flughafen und der Nabu weitermachen, wie sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung schreiben. In der zweitägigen Verhandlung sei es gelungen, gleich mehrere schwere Mängel nachzuweisen, die eigentlich gereicht hätten, den Planfeststellungsbeschluss zu kippen. Diese Punkte seien jedoch einfach ignoriert worden. „Unserer Meinung nach hatten wir die Verhandlung zweifelsfrei gewonnen – und deswegen wollen wir die Nichtzulassung der Revision auch nicht hinnehmen“, sagte Carlo Fuchs, Vorsitzender der Nabu Braunschweig.
Die Zeit drängt: Nach derzeitigen Stand der Dinge könnte mit dem Kahlschlag am 1. Oktober begonnen werden. Insgesamt gehe es um etwa 60 000 Bäume in einem wertvollen Vogelschutzgebiet, die für den Ausbau des Flughafens gefällt werden müssten. Das für den Norden Braunschweigs so wichtige Naherholungsgebiet wäre damit nach Meinung der Ausbaugegner unwiederbringlich verloren. „Die Startbahnverlängerung ist nach unseren Erkenntnissen weder für die Forschung erforderlich, noch wird dadurch ein Arbeitsplatz gesichert oder neu geschaffen“, sagte Horst Steinert (Grüne), der sich in der Bürgerinitiative Kralenriede engagiert.
Um das Klageverfahren zum Erhalt des Querumer Forstes weiterverfolgen zu können, hat der Nabu ein Spenden-Sonderkonto eingerichtet. 18 000 Euro fehlen. Nabu-Schatzmeister Jürgen Grätz hofft trotzdem, dass es gelingt, diesen Betrag innerhalb von knapp sechs Wochen zusammenzubekommen. Umgerechnet müssten 600 Menschen je 30 Euro spenden. Informationen dazu telefonisch unter 79 86 49 und im Internet unter www.nabu-braunschweig.de.
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