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Kandidaten wollen die Bäder erhalten

Hans-Jürgen Schünemann (SPD), Verena Ahrendts (UWG), Wittich Schobert (CDU) und Stefan Broughman (AfD) (v.l.). Foto: Beyen

Die vier Bewerber um das Bürgermeisteramt der Kreisstadt stellen sich Fragen der Bürger.

Von Erik Beyen, 12.09.2017.

Helmstedt. Was macht eigentlich einen guten Bürgermeister aus? Das wollte Susanne Heine von den vier Kandidaten für besagtes Amt der Stadt Helmstedt wissen: Verena Ahrendts (UWG), Stefan Broughman (AfD), Amtsinhaber Wittich Schobert (CDU) und Hans-Jürgen Schünemann (SPD). Heine stellte ihre Frage in einer Podiumsdiskussion der Helmstedter Nachrichten im Schützenhaus Helmstedt. Dort ging es um Gewerbe- und Baugebiete, um Mietpreise, Kindertagesstätten, Schulen, den Tourismus, die Bäder und um ganz konkrete Fragen von Bürgern an die Kandidaten. Im zweiten Teil unserer Berichterstattung zur Diskussion legen wir den Fokus auf Kindertagesstätten, den Tourismus, die Bäder.

Was Susanne Heine da wissen wollte, eignete sich durchaus zur Gewissensfrage. Die Antworten entsprachen offenbar nicht ganz ihren Vorstellungen. Bevor sie aber ihre Frage stellen konnte, wurde im Saal heiß diskutiert, etwa zum Thema Kindertagesstätten. Wittich Schobert sah sich Angriffen der übrigen Kandidaten ausgesetzt, allen voran Stefan Broughman, der Zahlen zur aktuellen Situation vermisste, und Hans-Jürgen Schünemann, der die Kritik untermauerte und auf Konfrontation zu Schobert ging. Der habe zu spät gehandelt und der Politik zudem die nötigen Zahlen vorenthalten. Es sei das Personal von Kitas gewesen, das auf den Mangel an Plätzen hingewiesen hätten. Schobert konterte: Die Situation habe die Stadt überrollt. In Helmstedt seien innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes 60 Kinder von Asylsuchenden hinzugekommen. Jedes einzelne Kind sei ihm neue Krippen und Kindergärten wert. Darum handle man nun auch. Tatsächlich hat die SPD im Rat der Stadt Helmstedt die Mehrheit. Die CDU kooperiert vertraglich, und das schon seit Jahren.

Mindestens ebenso kontrovers wurde das Thema Tourismus diskutiert, hier am Nutzungskonzept für den Lappwaldsee festgemacht, wenngleich die Stadt Helmstedt nur eine von vielen Spielern in diesem Konzert ist. Ab 2032 sollen See und das Areal um ihn herum, davon geht Wittich Schobert aus, touristisch genutzt werden. Ihm gehe es aber um das gesamte Areal, zu dem erhebliche landwirtschaftliche Flächen gehörten. Diese, so Schobert, sollten nicht in den Besitz von Leuten kommen, die nicht im Landkreis wirtschaften. Ziel sei das Verhindern einer Zersplitterung.

Hans-Jürgen Schünemann schlug vor, die Nutzung des Areals am See sofort zu beginnen, etwa mit kleineren Veranstaltungen. Er forderte ein ganzheiltiches touristisches Konzept, in das etwa auch Königslutter eingebunden sein müsse. Wenn man das hinbekomme, kämen auch mehr Touristen, und damit Arbeit und Geld. Auch Verena Ahrendts plädierte für ein Gesamtkonzept. Ihr allerdings fehlten Zahlen zu den Kosten für das Projekt, und: Sie bemängelte fehlende Konzepte ihrer Mitbewerber, ohne selber konkret zu werden. Von eben solchen Konzepten will Stefan Broughman noch nichts wissen: 2032 sei so weit, da mache es keinen Sinn, sich über Konzepte zu unterhalten, zumal die Altstadt das kulturelle Potenzial der Stadt sei, um das man sich kümmern solle. Eine weitere Frage war die nach dem Erhalt der drei Bäder der neuen größeren Stadt Helmstedt. Wittich Schobert und Hans-Jürgen Schünemann positionierten sich klar pro Erhalt, zumindest in den nächsten Jahren, wobei Schünemann vor möglichen Kosten warnte, ein Aspekt, den auch Verena Ahrendts zur Diskussion stellte. Stefan Broughman betonte die Bedeutung eines Freibades für Jugendliche sowie des Juliusbades für ältere Menschen, wobei auch er die Kosten überprüfen will. Schobert bezeichnete die Bäder als Bestandteil eines Freizeitkonzeptes und als Lebensqualität.

Zurück zur Eingangsfrage von Susanne Heine, was einen guten Bürgermeister ausmacht. Damit verbunden auch die Frage nach dessen Qualifikation, gestellt von Elke Bensch und zwar direkt an den Kandidaten der AfD, Stefan Broughman. Er sei derzeit Leiharbeiter, bringe Kenntnisse aus der Sicherheits- und Postbranche mit, Erfahrungen habe er außerdem durch ehrenamtliches Engagement, die eigene Familie und die Arbeit in der Partei gesammelt. Broughman holte weiter aus, nannte etwa seine Aktivitäten im Internet.
Was aber macht nun einen guten Bürgermeister aus? Hans-Jürgen Schünemann brachte das wohl auf den Punkt, indem er die Menschen in den Mittelpunkt allen Schaffens stellte.
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1 Kommentar
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S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 12.09.2017 | 15:04  
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