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Jetzt ist Gliesmarode „am Zug“

Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Detlef Tanke, Vorsitzender des Regionalverbands Großraum Braunschweig, stellten die Pläne für den Bahnhof Gliesmarode vor. Foto: Wiefel

Stadt, Bahn und Regionalverband bauen ab 2019 den Bahnhof und sein Umfeld aus.

Von Birgit Wiefel, 14.10.2017.

Braunschweig. Zwischen den Gleisen wächst Gras, der Bahnsteig bröckelt und die Beleuchtung ist so schlecht, dass kaum jemand abends auf eine Zug warten, geschweige denn unter der Eisenbahnbrücke aus einer Tram aussteigen will: Der Bahnhof Gliesmarode ist keine Augenweide, doch damit soll ab 2019 Schluss sein: Stadt, Deutsche Bahn und der Regionalverband Großraum Braunschweig investieren massiv in den Ausbau. Auch in Broitzem ist ein neuer Haltepunkt geplant.

„Wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, müssen Pendler eine attraktive Alternative zum Auto haben“, erklärte Oberbürgermeister Ulrich Markurth beim Ortstermin. Parallel zum Bahnhof werde deshalb auch das Ringgleis im östlichen Ringgebiet weiter ausgebaut. Außerdem soll von Gliesmarode der Radschnellweg nach Wolfsburg starten.
Noch liegt der Bahnhof mit rund 200 Fahrgästen am Tag im tiefen Dornröschenschlaf. Mit der geplanten engeren Taktung zwischen Uelzen und Braunschweig ab Ende 2018 sowie einer besseren Verknüpfung mit Bus und Tram könnte das Fahrgastaufkommen allerdings fünfmal so hoch sein, hat die Deutsche Bahn errechnet.

Dafür wird nun umfassend Hand angelegt: Geplant sind neue Bahnsteige, ein barrierefreier Zugang, ein neuer Bahnhofsvorplatz mit Bäcker und Kiosk, die Haltestelle für Bus und Tram in direkter Nähe, eine direkte Anbindung an die Karlstraße sowie ein Jugendplatz. „Die Gegend soll belebt sein, eine soziale Kontrolle stattfinden, damit sich niemand fürchten muss“, sagt Markurth mit Blick auf die aktuelle Situation.

Möglich wird der Umbau von Gliesmarode in einen Verkehrsknotenpunkt, weil deutlich mehr Geld vom Land in die Region fließt. „Die Zuweisungen des Landes an den Regionalverband steigen bis 2020 jährlich an und erreichen dann rund 100 Millionen Euro“, freut sich Detlef Tanke, Vorsitzender der Verbandsversammlung. Für den Umbau von Gliesmarode werden rund 3,1 Millionen Euro veranschlagt.

Bis allerdings der erste Spatenstich erfolgt werden sich Anfang 2018 die Stadtbezirksräte und der Planungs- und Umweltausschuss mit dem Projekt befassen. Im Sommer 2019 fällt mit der Sanierung der Gleisanlagen für die Stadtbahn der Startschuss für die Umgestaltung der Verkehrsflächen am Bahnhof. „Für Stadt und Bahn ist der Ausbau eine echte Win-Win-Situation. Dann werden Pendler zum Beispiel von Meine in einer halben Stunde in der Innenstadt sein“, freut sich der Braunschweiger Oberbürgermeister.

Neuerungen 2017

Bereits mit dem Fahrplanwechsel im Dezember gibt es Verbesserungen im ÖPNV:

• Alle Regionalbahnlinien (außer die RB 47 von Braunschweig über Gifhorn nach Uelzen) verkehren täglich mindestens im Stundentakt bis Mitternacht.

• Die Regionalbahn zwischen Braunschweig und Salzgitter-Lebenstedt wird montags bis freitags zwischen 5 Uhr und 22 Uhr auf einen Halbstundentakt verdichtet.

• Zusätzliche Verstärkerfahrten zwischen Braunschweig und Wolfsburg morgens zwischen 5.30 und 8.30 Uhr sowie zwischen 15.30 und 17.30 Uhr zu einem Halbstundentakt.

• Die Regionalbuslinie zwischen Wendeburg und Braunschweig verkehrt montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit im 30-Minuten-Takt. Zwischen Braunschweig und Wolfenbüttel montags bis samstags im 15-Minuten-Takt, ab 23 Uhr im 30-Minuten-Takt.

• Stadtbahnen und Hauptbuslinien im Stadtgebiet verkehren künftig montags bis samstags bis 20.30 Uhr im 15-Minuten-Takt.

• Das Angebot im späten Abendverkehr wird angepasst, damit die Übergänge zu den Regionalbahnen am Hauptbahnhof möglichst kurz sind.
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