Anzeige

Jetzt doch: Bohrung beginnt

Bundesumweltminister Altmaier besuchte Asse – Einlagerungskammer 7 soll untersucht werden.

Von Marion Korth, 03.06.2012.

Braunschweig. „Wenn alle Genehmigungen vorliegen, könnte die erste Atommüll-Kammer noch in diesem Jahr geöffnet werden.“ Das stand in der nB, allerdings schon am 15. September 2010. Passiert ist seither nichts. Pünktlich zum Besuch des Bundesumweltministers Peter Altmaier am Freitag in der Asse begannen jetzt die Bohrarbeiten.

Am Donnerstag hatte das Bundesamt für Strahlenschutz mitgeteilt, dass die letzten Genehmigungsvoraussetzungen dafür nun erfüllt seien. Die Einlagerungskammer sieben soll angebohrt werden, um den Zustand der mit radioaktivem Müll gefüllten Gebinde zu überprüfen. Dies sei der erste Schritt der Probephase für die geplante Rückholung der Fässer. Noch sind viele Fragen offen, wie die Abfälle aus der Asse zurückzuholen sind.
Bei der Sanierung des maroden Atommülllagers Asse will Bundesumweltminister Peter Altmaier Anwohner und Umweltschützer einbeziehen. Er könne nicht versprechen, dass die Bürger immer zu hundert Prozent mit seinen Entscheidungen einverstanden seien, sagte der CDU-Politiker am Freitag zum Auftakt seines Besuches im Bergwerk in einer kurzen Ansprache an Atomkraftgegner. Er verspreche aber, „dass ich mit Ihnen über alle Probleme reden werde“.
Zuletzt hatte ein Zeitplan-Entwurf des Bundesamts für Strahlenschutz, nach dem sich bei der derzeitigen Rechtslage die Rückholung bis zum Jahr 2036 verzögern könnte, für Diskussionen gesorgt und den Unmut des neuen Bundesumweltministers hervorgerufen. „Enttäuscht und beunruhigt“ über die angekündigten Verzögerungen, hatte er sich kurzfristig zu dem Besuch im Atommülllager Asse entschieden und dazu auch SPD-Chef Sigmar Gabriel eingeladen. Gabriel war von 2005 bis 2009 Bundesumweltminister gewesen.
In einer Pressekonferenz am Donnerstag in Hannover haben Bürgerinitiativen und Verbände Zweifel und Misstrauen geäußert, dass Bund und Land es mit der Räumung des Atommülls aus der einsturzgefährdeten Schachtanlage wirklich ernst meinen und stattdessen nicht doch eine Flutung des Bergwerks vorbereiten. Seien erst einmal die Schleusen geöffnet, lasse sich der Atommüll nicht mehr zurückholen. Die im Asse-II-Koordinierungskreis zusammengeschlossenen Initiativen befürchten, dass im Fall der Flutung Radioaktivität freigesetzt werden würde.
In das marode Atommülllager dringt seit Jahren Wasser ein, es gilt auf längere Sicht als einsturzgefährdet.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.