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Jeden Tag neue Initiativen

„Das Netzwerk Integration gibt es seit 16 Jahren, aber so voll war der Saal noch nie“, sagte Martin Stützer (Awo) zur Begrüßung in der St.-Thomas-Gemeinde im Heidberg. Gestern ging es vor allem um Integrationsangebote für Flüchtlinge. Foto: Korth

Die Sitzung des Netzwerkes Integration zeigte die vielen Ansätze in der Flüchtlingsarbeit.

Von Marion Korth, 20.01.2016.
Braunschweig. „Wir schaffen das“, hat Kanzlerin Angela Merkel gesagt. Wer hinter diesem „Wir“ eigentlich steht, das zeigte gestern die Sitzung des Braunschweiger Netzwerkes Integration.

Unter dessen Dach haben sich viele Verbände mit beispielhaften Projekten und Initiativen zusammengefunden. Im Heidberg sind die ersten Flüchtlinge, die Braunschweig direkt zugewiesen worden sind, in die Sporthalle Naumburgstraße eingezogen, weshalb der Versammlungsort in der dortigen St. Thomas-Gemeinde nicht zufällig gewählt war. In enger Kooperation arbeitet die Gemeinde mit der Awo zusammen, die das integrative Stadtteilprojekt „Heidberg AKTIV“ betreut. Ziel ist das friedliche Zusammenleben aller Bewohner im Stadtteil und dazu zählen nun auch die Flüchtlinge. „Wir haben ein Schreiben an die Anwohner und Nachbarn geschickt“, berichtete Projektleiterin Alena Timofeev. Sie in die Flüchtlingsarbeit einzubinden, sich ihnen als Ansprechpartner vorzustellen, ist das Ziel. Die Awo möchte aktuell einen neuen Bürgerverein gründen und einen Stadtteiltreff initiieren. Pfarrer Eckehard Binder ist sozusagen der „Flüchtlingsbeauftragte“ für den Braunschweiger Süden. Demnächst soll ein Seminar stattfinden, um die ehrenamtliche Arbeit für Flüchtlinge auf den Weg zu bringen.

Drehscheibe fürs Ehrenamt

In der DRK-Kaufbar – der Drehscheibe für alle ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit Engagierten – geht es Schlag auf Schlag, fast jeden Tag finden dort Starterkurse für Flüchtlinge statt, um sie mit den Grundlagen des Lebens in Deutschland und speziell Braunschweig vertraut zu machen.

Die Übergriffe auf Frauen in Köln haben alle wach gemacht. Demnächst wird es auch Kurse für die Kultur- und Wertevermittlung geben. Derzeit werde noch an einem Lehrplan gearbeitet, berichtete DRK-Ehrenamtskoordinatorin Heike Blümel. Die DRK-Refugeesnachmittage jeden Montag, bei denen sich Flüchtlinge und Einheimische treffen, sind ein Beispiel für eine Begegnung auf Augenhöhe. In der Kaufbar wird auch Kleidung angenommen. Blümel hat Fotos und Folien zum Netzwerktreffen mitgebracht, ihr Schreibtisch ist zwischen Kartons voller Kleidung kaum zu sehen. „Kreativkurse, eine Nähwerkstatt – das findet alles statt“, sagt sie. Die DRK-Kleiderkammer „Jacke wie Hose“ in der Petzvalstraße öffnet Mitte nächsten Monats.
Ebenfalls in Vorbereitung sind Schwimmkurse für die Flüchtlinge in der Naumburgstraße – wichtig wegen der Nähe zum Heidbergsee. Die Essensausgabe in der Erstaufnahme dort wird übrigens ebenfalls von Ehrenamtlichen organisiert.


Wie geht es weiter?

„Wir stellen gerade ein Integrationskonzept auf“, sagte Doris Bonkowski vom Büro für Migrationsfragen der Stadt. Bislang ist die Flüchtlingsunterbringung das große Thema, die weiterführenden Strukturen – angefangen bei Sprachkursen – befinden sich im Aufbau.
Integration werde jedenfalls die Aufgabe aller. „Wir werden viele Menschen zur Unterstützung brauchen“, sagte Bonkowski.
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