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„Innenstadt ist gut aufgestellt“

Leerstände und Kauflust: Kein Grund zur Sorge

Von Ingeborg Obi-Preuß

Braunschweig. „Für mich ist das eine Phantomdiskussion“, sagt Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink zum Thema Leerstände in der Innenstadt und legt gemeinsam mit anderen Akteuren Fakten und Zahlen vor.

Anlass waren die Angaben und Aussagen vom Vorsitzenden des Einzelhandesverbandes Olaf Jaeschke über negative Auswirkungen der Schloss-Arkaden auf die „alte Innenstadt“. Von mehr als 80 Leerständen war da die Rede (wir berichteten), von der Verlagerung von Fußgängerströmen und nachlassender Kauflust.
Darauf reagierten jetzt in einer gemeinsamen Aktion die Industrie- und Handelskammer (IHK), der Arbeitsausschuss Innenstadt (AAI), die Stadt und die Stadtmarketing Gesellschaft.
Olaf Jaeschke bleibt bei seiner Position, hofft jetzt auf Gespräche über die Probleme, AAI, Stadtmarketing und IHK betonen: „Die Innenstadt ist prächtig aufgestellt.“

Unstimmigkeiten gibt es vor allem über die tatsächliche und die gefühlte Zahl an leerstehenden Geschäften. Während Olaf Jaeschke von mehr als 80 Leerständen spricht, mahnt Gerold Leppa vom Stadtmarketing an, den Begriff erst zu definieren.
Seine jüngsten Zahlen sprechen von insgesamt 710 Einzelhandelsbetrieben, davon 43 Leerständen, in der Kernlage seien es nur 18 Geschäfte. „Für viele davon aber ist eine Nachnutzung schon geklärt“, sagt Leppa. Einige würden renoviert, andere seien nur saisonal geschlossen wie beispielsweise Eiscafés, und wieder bei anderen sei der Nachmieter schon unter Vertrag.
Der gemeinsame Wunsch von Stadtmarketing und AAI an die Inhaber: Es sollten Plakate mit Informationen an die Fenster, warum das Geschäft geschlossen sei.
Das sieht auch Olaf Jaeschke so, er betont, dass er als Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes die Sorgen und Eindrücke der einzelnen Händler zu hören bekomme. „Und die sehen – übrigens genau wie ihre Kunden – lauter leere Geschäfte in der Innenstadt“, sagt er. Das ließe sich nicht wegdiskutieren, er freue sich aber, dass jetzt eine Diskussion angestoßen sei, und hoffe auf eine fruchtbare Zusammenarbeit. Auch Gerold Leppa vom Stadtmarketing will Probleme im Handel nicht leugnen: „ Es gibt einen Strukturwandel im Einzelhandel, die traditionellen Fachgeschäfte nehmen allmählich ab“, sagt er. Im Jahr 2000 seien die Fachgeschäfte noch mit einem Anteil von rund 25 Prozent am Markt vertreten gewesen, 2010 werden es noch 15,8 Prozent sein. „Das ist aber ein bundesweiter Trend“, betont er.
Dr. Klaus Hüttinger von der IHK macht sich eher Sorgen um das Umland, „aber ganz sicher nicht um die Innenstadt von Braunschweig“. Durch die Diskussion über Sonntagsöffnungen und die ECE-Ansiedlung sei ein kreativer Prozess entstanden, der alle Beteiligten in einen „positiven Strudel“ gezogen habe. Unterstützt und gebündelt worden seien diese Aktivitäten vom neu eingerichteten Stadtmarketing.
Das bestätigt auch Volkmar von Carolath, mehr als die Hälfte der 700 Innenstadtgeschäfte sind inzwischen AAI-Mitglied. „Alle Zahlen belegen, dass die Ansiedlung der Schloss-Arkaden gut funktioniert hat“, betont er. Nach wie vor sei Braunschweig die beste Einkaufsstadt in Niedersachsen, nicht zuletzt auch wegen der umfangreichen Baumaßnahmen, die mit den Mitteln aus dem ECE-Objekt finanziert wurden.
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