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Initiative kämpft für die Hebammen

Barbara Mavridou. Foto: T.A.

Eltern demonstrierten auf dem Kohlmarkt.

Von Birgit Leute, 04.05.2014.

Braunschweig. Seit Monaten gehen Hebammen in ganz Deutschland auf die Straße, um für den Erhalt ihrer Arbeit zu demonstrieren. Gestern erinnerte auch die Elterninitiative „Hebammen-Unterstützung.de“ auf dem Kohlmarkt an die prekäre Lage. Die Initiative, die sich über das soziale Netzwerk Facebook gegründet hat, zählt inzwischen 16 000 Mitglieder und fordert eine langfristige Lösung vor allem für die freiberuflichen Hebammen.

Das Problem: Ein Haftpflichtversicherer hat angekündigt, aus der Versorgung für Hebammen auszusteigen. Ohne Versicherung dürfen Hebammen aber gar nicht ihren Beruf ausüben. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hatte am Mittwoch Hilfe angekündigt, doch Barbara Mavridou von der Initiative geht der Vorschlag nicht weit genug: „Das ist doch nur eine Hinhaltetaktik“.

Obwohl das Gesetz vorsieht, dass bei jeder Geburt eine Hebamme anwesend sein muss, werden die Arbeitsbedingungen gleichzeitig immer schwieriger. Das Fass zum Überlaufen brachte Anfang des Jahres die Nürnberger Versicherung mit ihrer Ankündigung, aus dem Schutz für Hebammen auszusteigen.
Denn abgesehen von den exorbitant gestiegenen Policen, die Hebammen jährlich zahlen müssen (an die 5000 Euro), dürfen sie ohne Schutz auch nicht arbeiten. Die Elterninitiative „Hebammen-Unterstützung.de“ befürchtet nun den kompletten Einbruch der Versorgung, wenn keine Lösung gefunden wird. „Freiberufliche Hebammen können ohne eine bezahlbare Versicherung nicht mehr arbeiten. Das ist auch das Ende der Wahlfreiheit für uns Eltern“, schimpft Barbara Mavridou, Mitglied der Initiative und selbst Geburtsbegleiterin.

Den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sieht sie eher kritisch. Der hatte am Mittwoch angekündigt, die Krankenkassen stärker in den Versicherungsschutz einzubinden. So sollen freiberufliche Hebammen einen höheren Zuschlag von ihnen erhalten, mit dem die Versicherungskosten zum Teil abgedeckt werden. Außerdem will Gröhe die Krankenkassen an den Zahlungen für geschädigte Kinder stärker beteiligen und damit den Versicherer entlasten.

Für Mavridou bleibt die Lösung halbherzig. „Grundsätzlich muss man dringend über die Höhe der Haftpflichtversicherung nachdenken, denn Geburtsfehler, die durch Hebammen verursacht werden, machen gerade einmal ein Prozent aller Schäden aus“, betont Mavridou. Auch die Krankenkassen laufen schon Sturm. „Wir haben kein Verständnis dafür, dass die Haftung von Hebammen, durch deren Fehler ein Kind bei der Geburt zu Schaden kommt, begrenzt werden soll“, so der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz.
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1 Kommentar
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Andreas Riesebeck aus Braunschweig - Innenstadt | 04.05.2014 | 16:35  
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