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In zehn Minuten bis zum Schloss …

Ein Bahnhaltepunkt in Broitzem an der Donaustraße hat großes Potenzial, doch um die Gleise erreichen zu können, müsste ein Aufzug gebaut werden, und das wäre sehr teuer. Fotos (2): Ammerpohl
 
Gerade fährt in Leiferde wieder ein Zug vorbei, Kurt Schrader hofft, dass er in ein paar Jahren hier halten wird.

Planungsbeginn für neue Bahnhaltepunkte: Verlockende Zukunftsperspektive für Braunschweigs Süden und Westen.

Von Marion Korth, 02.09.2016.

Braunschweig. In sieben Minuten von Leiferde bis zum Hauptbahnhof und in weiteren drei Minuten bis zum Schloss – das hört sich nach Zukunftsmusik an, ist es auch und trotzdem: Es könnte im wahrsten Wortsinn bahnbrechend sein, was der Ausschuss für Regionalverkehr des Zweckverbandes Großraum Braunschweig jüngst beschlossen hat.

Bis zu 3,25 Millionen Euro Planungskosten will der ZGB für die „Stationsoffensive Niedersachsen – ZGB“ ausgeben. Acht neue Bahnhaltepunkte sollen näher untersucht werden – fünf davon in Braunschweig. Der Süden und Westen der Stadt ist mit Rüningen, Broitzem und Leiferde im Fokus für eine bessere Bahnanbindung, aber auch Bienrode steht für einen zusätzlichen Haltepunkt auf der Liste.

Kurt Schrader (CDU), Mitglied im Ausschuss, freut sich sehr: „Leiferde steht seit über zehn Jahren auf der Agenda, Broitzem seit 2007.“ Trotzdem wurden die Pläne für neue Haltepunkte nicht weiter verfolgt – zu teuer. Aber nun hat sich die Situation komplett verändert, das Land stellt Fördermittel in Aussicht, um die Regionalisierung im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) voranzubringen. Im November soll der Landtag mit einem entsprechenden Beschluss die Mittel freigeben. Dies vorausgesetzt, sagt Karl Grziwa (CDU): „Dann ist der Zweckverband in der Lage, Wünsche zu erfüllen – nicht alle natürlich.“

Auf der Wunschliste stehen verkürzte Taktzeiten ebenso wie die genannten Haltepunkte. „Wir haben starke Bevölkerungszuwächse am Stadtrand, mit einem attraktiven ÖPNV-Angebot können wir die Zufahrtsstraßen entlasten“, erläutert Grziwa. Er denkt an einen Nachbarn, der in der Woche morgens mit dem Rad von Lehndorf nach Vechelde fährt, dort in den Zug steigt, um seinen Arbeitsort Hannover zu erreichen. Eine Option auch für die Menschen im Westen der Stadt, die beispielsweise in Wolfsburg arbeiten. Täglich pendeln 59 400 Menschen nach Braunschweig ein, 32 400 aus der Stadt hinaus (Stand 2014).

Die neuen Haltepunkte, die in der engeren Wahl für einen möglichen Bau stehen, liegen alle an bereits vorhandenen Trassen, täglich rauschen die Züge dort vorbei. Mit den 3,25 Millionen Euro will der Zweckverband nun das Planungsverfahren anstoßen. Die erste Hürde – ausreichendes Neukundenpotenzial und betrieblich umzusetzen – haben alle acht Standorte nach Untersuchungen der Bahn bereits genommen. Statt ein Endergebnis der Planungen für alle Projekte abzuwarten, werde der Zweckverband immer sofort über den laufenden Fortschritt informiert. Transparenter und schneller soll das Verfahren dadurch werden. Sollte sich schon gleich zu Beginn der konkreten Planungsphase an einer Stelle ein Knackpunkt herausstellen, so könne die Liste gleich bereinigt werden. In Broitzem (Donaustraße) seien schon jetzt sehr hohe Baukosten zu erwarten. „Dort müssten wir einen Aufzug bauen“, sagt Schrader.

Die Rahmenvereinbarung und der Planungsvertrag „Stationsoffensive Niedersachsen – ZGB“ mit der DB Station & Service AG sowie der DB Netz AG sollen noch in diesem Jahr geschlossen werden. Danach braucht es Geduld. „Baubeginn wird frühestens 2020 sein“, sagt Karl Grziwa.
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3 Kommentare
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Bernd Kowalewski aus Wolfsburg - Stadtmitte | 03.09.2016 | 11:26  
14
Dennis Zellmann aus Braunschweig - Nordstadt | 04.09.2016 | 17:04  
6
Matthias Disterheft aus Leiferde | 05.09.2016 | 01:09  
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