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In Gedenken an Ahmet der nach einer psychiatrischen Zwangsmaßnahme gestorben ist: Demo und Mahnwache am So, 13.Mai

Familie und Freund*innen von Ahmet rufen zu einer Demo und Mahnwache auf. Anlass ist das Gedenken an Ahmet, der vor einem Jahr nach einer Zwangsmaßnahme im Klinikum Bremen-Ost gestorben ist.

Hier der vollständige Aufruf:


"EIN JAHR NACH AHMETS TOD IN DER FORENSIK BREMEN-OST

DEMONSTRATION UND MAHNWACHE

SO, 13.5.2018

14 UHR, HAUPTEINGANG KLINIKUM BREMEN-OST

ZÜRICHERSTRAßE 40, 28325 BREMEN

TRAURIGER ANLASS FÜR DIE AM 13.5.2018 STATTFINDENDE DEMONSTRATION UND MAHNWACHE IST DER TOD AHMETS IN DER FORENSIK BREMEN-OST. ER WURDE OPFER EINER UNVERHÄLTNISMÄßIGEN GEWALTANWENDUNG DES PERSONALS UND VERSTARB DREI TAGE SPÄTER.

Auslöser war ein Disput mit dem Personal. Es kam zu einer Diskussion.
Ahmet wandte sich ab, um in den Raucherraum zu gehen. Obwohl er sich
deeskalierend verhielt, wurde der Hausalarm ausgelöst, um ihn
abzusondern (_Absonderung im Beobachtungszimmer: Isolierung in einem
speziellen „Sicherungsraum", in dem jederzeit das Personal reinschauen
kann, meist mit ab geklebten Fenstern, ohne private Gegenstände, ohne
Wechselkleidung, Hygieneartikel, häufig ohne Hofgang, Gelegenheit zum
Rauchen und weiteren Beschneidungen des Selbst_). Absonderungen als
Disziplinarmaßnahmen sind verboten, sie sind nur in akuten Selbst- bzw.
Fremdgefährdungssituationen zulässig. Dass, innerhalb der Forensik in
Bremen-Ost nach „belieben" abgesondert wird, kommt alltäglich vor.
Hierfür gibt es zahlreiche Dokumentationen von Inhaftierten. Ihre
Hilfeschreie werden jedoch nicht erhört. Beschwerden, die Inhaftierte
an das Gericht, an die Staatsanwaltschaft und an die vom Senat
gesteuerte Besuchskommission richten, blieben in der Vergangenheit
häufig entweder unbeantwortet oder wurden zurückgewiesen. Auch wurden
Inhaftierte innerhalb der Klinik schikaniert und unter Druck gesetzt,
nachdem sie sich beschwerten.

2017 gab es einen öffentlichen Aufschrei, wie katastrophal die
Bedingungen im Klinikum Bremen-Ost sind. Massige Fixierungen,
Zwangsbehandlungen, fehlende Therapien, inkompetenter Umgang mit den
Patient/innen, fehlendes Personal, unzureichende Qualifizierungen in
deeskalierendem Umgang usw. . Die Forensik wurde aus diesem Fokus
erfolgreich heraus gehalten. Dabei ist dieser hochgesicherte Bereich,
der seine Arbeit damit legitimiert, vermeintlich „kranke" und
„gefährliche" Menschen zu „behandeln" und zu „re-sozialisieren",
besonders geprägt von Gewalt, Zwang, Machtmissbrauch, Verabreichung von
hochdosierten schädigenden Psychopharmaka, willkürlichen Absonderungen
im Beobachtungsraum etc. .

Den Institutionen und Staatsorgane, die die „Gesundheit" verwalten,
blind zu vertrauen ist gefährlich. Über 10.000 Menschen werden
bundesweit (häufig langfristig und ohne Verhältnismäßigkeiten) unter
Zusammenspiel von Gerichten und Kliniken forensisch weggesperrt.
Gutachter/innen liefern mit konstruierten pathologisch-defizitären
Lebensläufen die Grundlage dafür. Es ist nicht hinnehmbar, wie Profit
unter dem Vorwand von „Hilfe" und „Fürsorge" gemacht wird und
Menschen dabei gebrochen werden.

Ein Jahr ist seit Ahmets Tod vergangen. Eine Aufarbeitung und
Konsequenzen unterblieben bis dato. Das beteiligte Personal wurde weder
beurlaubt noch suspendiert. Auch wird weiterhin ungerechtfertigt und
brutal gegen Inhaftierte vorgegangen, als „Resozialisierung" und
„Therapie" deklariert. Von Polizei, Staatsanwaltschaft,
Forensik-Referat des Senats, Besuchskommission und Gesundheitssenatorin
(die gleichsam auch Aufsichtsratsvorsitzende der GENO-Nord ist) wird
gemeinschaftlich geschwiegen. Die Familie wurde nicht einmal von Polizei
und Klinik, erst über Ahmets Koma, dann über seinen Tod informiert,
sie mussten es von der Presse erfahren. Dass, bis heute nicht einmal
Zeugenaussagen von Mit-Inhaftierten aufgenommen wurden, mahnt, dass kein
Interesse für eine gerechte Aufarbeitung vorhanden ist.

AHMET WURDE OPFER VON RECHTSSTAATLICH ABGESICHERTER GEWALT UND BEZAHLTE
MIT SEINEM LEBEN. WIR MÖCHTEN MIT DIESER DEMONSTRATION DAS KOLLEKTIVE
SCHWEIGEN AUFBRECHEN UND FORDERN, DASS FÜR AHMETS TOD VERANTWORTUNG
ÜBERNOMMEN WIRD.

WIR SIND SOLIDARISCH MIT DEN INHAFTIERTEN, DIE WEITERHIN UNTER DIESEN
BEDINGUNGEN ZWANGSUNTERGEBRACHT WERDEN.

ES KANN JEDE/N TREFFEN.

SEID SOLIDARISCH, KOMMT VORBEI, LEITET DIESEN AUFRUF WEITER...

UNTERSTÜTZT DIE FAMILIE. SPEZIELL DIE MUTTER. UNTER DIESEN UMSTÄNDEN
DAS EIGENE KIND ZU VERLIEREN, KANN MIT WORTEN NICHT BESCHRIEBEN WERDEN.

!!! KEIN VERGEBEN - KEIN VERGESSEN !!!

FAMILIE UND FREUNDE

WEITERE INFORMATIONEN: E-MAIL:

DEMOFUERGERECHTIGKEIT@YAHOO.COM

An diesem Tag werden wir Bilder, Erinnerungsstücke und Blumen vor der
Forensik ablegen, Ahmets Lieblingsmusik spielen und es wird
Redebeiträge geben.

Für Menschen, die von außerhalb Bremens kommen möchten, gäbe es
Schlafplätze in einem Parzellenhäuschen und Zeltmöglichkeiten im
dazugehörigen Garten. (Bitte über E-Mail)

MAßREGELVOLLZUG- UNRECHTSREGIME!"
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1 Kommentar
31
Raphael Ohlms aus Westliches Ringgebiet | 18.05.2018 | 05:47  
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