Anzeige

Immer mehr Schüler: Stadt muss sich neu aufstellen

Schuldezernentin Dr. Andrea Hanke und der Fachbereichsleiter Schule, Thomas Schebesta, stellten den Schulentwicklungsplan und die geplante Elternbefragung dazu vor. Foto: Ammerpohl

Verwaltung reagiert mit Schulentwicklungsplan auf steigende Schülerzahlen und Flüchtlinge.

Von Birgit Leute, 26.08.2016.

Braunschweig. Hauptschule, Gymnasium oder doch lieber Gesamtschule – welche Schulen braucht die Stadt? Und: Wie viele müssen es künftig sein? Diesen Fragen will die Verwaltung jetzt auf den Grund gehen und arbeitet derzeit an einem neuen Schulentwicklungsplan. Ein wichtiger Baustein darin: Die Befragung der Eltern.

„Wir sehen Eltern als Experten in Sachen Bildung“, unterstrich Schuldezernentin Dr. Andrea Hanke bei der Vorstellung. „Deshalb wollen wir von ihnen wissen, wie sie sich die zukünftige Braunschweiger Bildungslandschaft vorstellen.“ Läuft alles nach Plan, wird vermutlich noch vor den Herbstferien an den Grundschulen ein Fragebogen verteilt. Eltern von Schülern der dritten und vierten Klassen können darin Noten verteilen – zum Beispiel wie sie das Angebot an weiterführenden Schulen finden oder wie es mit der Inklusion bestellt ist. „Der Fragebogen ist kein ‚Wünsch-dir-was‘“, betonte Hanke gleich im Vorfeld.

Die jüngsten Zahlen belegen es: In Braunschweig gibt es immer mehr Schüler. Und mit der Flüchtlingskrise auch immer mehr Kinder und Jugendliche mit einem Migrationshintergrund. „Eine große Herausforderung“, betonte Schuldezernentin Dr. Andrea Hanke.

Auf neue Füße stellen

Die Verwaltung will aus diesem Grund die Bildungslandschaft in Braunschweig auf neue Füße stellen und arbeitet an einem Schulentwicklungsplan. Ein Bildungsbüro soll später das Monitoring übernehmen, laufend aktuelle Daten erheben und damit sicherstellen, dass der Plan fortgeschrieben und der aktuellen Situation angepasst werden kann. „Mit diesem Plan wird weder eine Schule gegründet noch aufgehoben“, stellt Thomas Schebesta, Fachbereichsleiter Schule, im Vorfeld klar, „aber er ist eine Handlungsempfehlung.“
Ein wichtiger Partner in dem Konzept sind die Eltern. „Bei der jetzt geplanten Befragung interessiert uns ganz konkret: Wo sehen diese Lücken zum Beispiel im Ganztagsangebot oder welche ganz praktischen Wünsche gibt es hinsichtlich der Inklusion“, so die Schuldezernentin. Ausgewählt wurden bewusst Eltern, deren Kinder vor dem Übergang zu einer weiterführenden Schule stehen – insgesamt rund 4500 Personen.

Vermutlich vor den Herbstferien werden diese den Bogen über die Schulen erhalten, zuvor muss allerdings noch der Schulausschuss darüber beschließen. „Eine solche Befragung ist nicht neu: Mitte der 90er Jahre wurden die Eltern schon einmal um ihre Meinung gebeten“, erläutert Martin Eberle, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Schule, der den Fragebogen mit entwickelt hat.

Fragen anonym

Wichtig zu wissen: Der Bogen ist anonym, die Fragen zur persönlichen Situation beziehen sich lediglich auf die Familienform, also zum Beispiel ob der oder die Erziehungsberechtigte alleinerziehend ist, ob es einen Elternteil mit Migrationshintergrund gibt. „Wir wünschen uns, dass so viele Eltern wie möglich teilnehmen, deshalb ist der Bogen in fünf Sprachen abgefasst“, sagt Eberle. „Außerdem gibt es zuvor einen Testlauf, um zu überprüfen, ob auch wirklich alles verständlich ist. Geplant ist, den Bogen innerhalb von zwei Wochen wieder einzusammeln. Die Ergebnisse werden anschließend den Fachausschüssen und der Öffentlichkeit vorgestellt.“
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.