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IGS West wird neu gebaut

Abriss kostengünstiger als Sanierung.

Von Martina Jurk, 31.10.2010.


Braunschweig. Statt einer Sanierung ist der Neubau der IGS-Weststadt notwendig. Das hat Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann nach eingehender Prüfung entschieden.

Die Wilhelm-Bracke-Gesamtschule wurde erst vor 35 Jahren gebaut. Jetzt soll sie komplett abgerissen und für rund 30 Millionen Euro neu gebaut werden, wenn der Rat letztlich seine Zustimmung gibt. „Das dürfte bundesweit einmalig sein und wird Staub aufwirbeln“, vermutet Hoffmann. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Architekten des Bauwerks sehen das anders. Eine Arbeitsgruppe habe das Für und Wider abgewägt und sei zu dem Schluss gekommen, dass der Neubau die kostengünstigste aller untersuchten Alternativen sei. Noch nicht geklärt ist die Finanzierung des Projekts. Der Neubau der IGS Weststadt könnte 2014 an gleicher Stelle fertig sein, sagte der Oberbürgermeister am Freitag gegenüber Medienvertretern. Neben der neuen IGS Volkmarode werde faktisch noch eine IGS neu gebaut werden müssen. Was die Finanzierung betrifft, könnte das auch über ein separates Projekt einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (Public-Private-Partnership, PPP) möglich werden. Ein solches PPP-Verfahren läuft bereits. Die Verwaltung will jetzt die verbindlichen Angebote abwarten, damit der wirtschaftliche Nutzen dieses Modells besser eingeschätzt werden könne. Damit wird im Januar gerechnet.
Bausünden
Dr. Gert Hoffmann kritisierte in dem Zusammenhang die „Bausünden“ der 70er-Jahre. Die Prüfungen hätten ergeben, dass das im Jahre 1974 errichtete Bauwerk nicht in allen Punkten der damaligen Baugenehmigung entsprochen hat, und insbesondere die Auflagen zum konstruktiven Brandschutz nicht fachgerecht und dem Stand der Technik entsprechend ausgeführt wurden. „Damals war es ein Modell des modernen Schulbaus“, sagte Hoffmann.
Er rechnete vor: Eine Minimalsanierung unter Brandschutzgesichtspunkten würde rund 27,8 Millionen Euro kosten. Da das Gebäude sehr große Flächen und überdimensionierte Räume habe, fielen auch sehr hohe Betriebskosten an. Die Maximallösung mit umfassender energetischer Erneuerung, die neben Brandschutz auch Dach, Fassade, WC-Anlagen, Treppenhäuser und Außenanlagen berücksichtige, würde mit 41,7 Millionen Euro zu Buche schlagen. Bei einem Neubau könnten jährlich 500 000 Euro an Betriebskosten gegenüber der Sanierung eingespart werden.
Neuer Zeitplan für PPP
Für das PPP-Projekt, das die Sanierung von drei Kitas und neun Schulen (OB: „Das größte Projekt dieser Art in Deutschland.“) beinhaltet, gibt es einen aktualisierten Zeitrahmen. Nach der europaweiten Ausschreibung gebe es fünf qualifizierte Angebote, die von der Verwaltung intensiv geprüft worden seien (Umfang: 110 Ordner mit etwa 44 000 Seiten). Bis Januar 2011 sollen die Bieter konkrete, untereinander vergleichbare Angebote abgeben. Der Zuschlag könnte im Mai 2011 erfolgen. Hoffmann kritisierte das derzeitige Vergaberecht, das den Bietern große Möglichkeiten einräume, die Vergabeentscheidungen anzufechten. Der Oberbürgermeister rechnet damit, dass die Bieter, die nicht zum Zuge kommen, dieses Recht in Anspruch nehmen. Das hätte immense Zeitverzögerungen zur Folge, wie das gerade beim Freizeit- und Erlebnisbad der Fall ist.
Ob mit oder ohne PPP-Lösung würden in vier Jahren (2011 bis 2014) rund 122 Millionen Euro für Schulsanierungen (inklusive Kitas) aufgewendet. Dass das möglich ist, führt Hoffmann auf eine solide Finanzpolitik und sparsames Wirtschaften in der Vergangenheit zurück.
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