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IG Metall kündigt neue Warnstreikwelle an

Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie: 3. Verhandlungsrunde gescheitert

Die dritte Verhandlungsrunde für die 75.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Niedersachsen ist am Freitag ohne Ergebnis beendet worden.

Eva Stassek, 2. Bevollmächtigte der IG Metall in Braunschweig und Mitglied der Verhandlungskommission, berichtet aus Hannover: „Die von den Arbeitgebern angebotene Entgelterhöhung von lediglich 2,2% spiegelt weder die Leistung der Beschäftigten noch die allgemeine Gewinnsituation der Branche angemessen wieder“.

Stassek weiter: „Die Arbeitgeber haben sich in den letzten beiden Wochen mit Warnstreiks nicht ernsthaft bewegt. Auch bei den Themen Altersteilzeit und Bildungsteilzeit haben die Unternehmen die Zeichen der Zeit offenbar nicht erkannt.“ Bisher hätten sich aus dem Bereich der Verwaltungsstelle an 3 Tagen 1200 Kolleginnen und Kollegen, überwiegend aus den Frühschichten, an den temporären Arbeitsniederlegungen und Kundgebungen beteiligt. Die IG Metall werde jetzt den Druck mit weiteren Warnstreiks erhöhen.

Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Braunschweig, Detlef Kunkel kündigt an: „Die Kolleginnen und Kollegen sind zu recht sauer. In der nächsten Woche werden wir deshalb die Warnstreiks im ganzen Land massiv ausweiten.
Am kommenden Dienstag werden in Braunschweig und Wolfenbüttel alle größeren Metallbetriebe mit mehrstündigen Ausständen zu rechnen haben.“

Die IG Metall Braunschweig kündigt für Dienstag, den 17.02.2015, Warnstreiks bei Zollern BHW, Flammenfilter, BMA, Siemens, Siemens Niederlassungen und Bühler in Braunschweig sowie bei Lely Vermeer, Welger Vertriebs GmbH und MKN in Wolfenbüttel an. Die Beschäftigten werden in den genannten Betrieben um „5 vor 12“ die Arbeit niederlegen und damit ihre Entschlossenheit zum Ausdruck bringen, für ihre berechtigten Forderungen einzustehen. „5 vor 12 bedeutet: In der kommenden Woche läuft die Zeit für die Arbeitgeber ab“, kommentiert Eva Stassek.

Die vierte Tarifverhandlung ist auf den 27. Februar in Hannover festgelegt worden.

Hintergrund: Die IG Metall fordert für die rund 75.000 Beschäftigten der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie eine Entgeltsteigerung von 5,5%. Mit einer neuen Altersteilzeitregelung und der Einführung einer Bildungsteilzeit soll unter anderem den Herausforderungen des demografischen Wandels und des zukünftigen Fachkräftebedarfs begegnet werden.
Die Arbeitgeber bieten bisher lediglich eine Entgelterhöhung von 2,2% an, wollen die Altersteilzeitregelungen deutlich verschlechtern und verweigern sich beim Thema Bildungsteilzeit.
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