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Hundesteuermuffel zur Kasse gebeten

Rüdiger Fricke (rechts) und Auszubildender Calvin Spaleck, der derzeit im Fachbereich Finanzen arbeitet und sich unter anderem mit der Hundesteuer befassen wird. Foto: Erik Beyen

Ende September bekommen alle Haushalte der Samtgemeinde Post vom Rathaus.

 Von Erik Beyen, 25.08.2017.
 

Velpke. Im September bekommen alle Velpker Haushalte einen Brief von der Samtgemeindeverwaltung. Darin soll stehen, dass die Hundesteuer erhöht wird und die Verwaltung alle Hunde in der Samtgemeinde erfassen will. „Wir fragen ab, ob und wie viele Hunde in einem Haushalt leben“, sagte Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Fricke bei einem Pressetermin. Längst nicht jeder Hundehalter zahle nämlich Steuern. Und weil das ungerecht sei, sollen Hundesteuermuffel nun ganz elegant die Chance bekommen, ihren Vierbeiner nachträglich anzumelden – ohne böse Folgen, verspricht Fricke.

Der handelt übrigens ganz konkret auf Antrag des Gemeinderates Danndorf und auf Wunsch der Räte aller übrigen Mitgliedsgemeinden. Steuergerechtigkeit als Folge der Bedarfszuweisung sozusagen. Die Erhöhung der Hundesteuer ist Teil des Maßnahmenpakets als Bestandteil der Zielvereinbarung mit dem Land Niedersachsen. Diese Vereinbarung ist die Grundlage für die Bedarfszuweisung.

In der Samtgemeinde leben nach Frickes Aussagen rund 1250 angemeldete Hunde. Die Dunkelziffer, so schätzt man im Rathaus, liegt bei etwa 20 bis 30 Prozent. Würden alle Hundesteuermuffel artig zahlen, hätte die Samtgemeinde pro Jahr etwa 20 000 Euro mehr in der Kasse, da ist sich Fricke sicher. Dafür gehen im September jetzt zunächst einmal 5500 Briefe raus. Ihnen liegt ein Anmeldebogen bei. Wer keinen Hund besitzt oder seinen vierbeinigen Freund angemeldet hat, der müsse sich keine Gedanken machen und könne das Schreiben einfach wegwerfen. Auch das stehe in dem Brief.

Die Briefaktion sei allerdings nur der erste Schritt, so Rüdiger Fricke. Fruchte diese nicht, müsse man weitere gehen. „Dann gehen wir Haushalt für Haushalt durch und gleichen ab“, sagte Fricke. Man kenne schließlich sein Dorf. Konkret könnte das heißen: Verwaltungsmitglieder gehen mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft Straße für Straße durch, um den Hundesteuerverweigerern auf die Spur zu kommen. In den kleinen Ortsteilen sei das gar kein Problem. Bei den größeren müsse man sich noch Gedanken machen. Säumigen Hundehaltern droht übrigens kein Ungemach, wenn sie ihre Hunde nachträglich anmelden. „Wir erlassen keine Bußgelder“, versprach der erste Mann der Samtgemeinde, aber: Es werde nachgefordert. Wer seinen Hund trotz der freundlichen Bitte aus dem Rathaus nicht anmeldet und sozusagen entlarvt wird, dem drohe allerdings ein Bußgeld in „nicht unempfindlicher“ Höhe. Einen Betrag wollte Fricke in diesem Zusammenhang nicht nennen.

Die Samtgemeinde Velpke erhöht aller Voraussicht nach ab dem 1. Januar 2018 die Hundesteuer und vereinheitlicht die Sätze in diesem Zuge. Die entsprechende Satzung müssen noch durch die politischen Gremien. Für den Ersthund werden künftig 70 Euro statt wie bisher 45 bis 46 Euro fällig. Der Zweithund kostet 100 Euro, der dritte 180. Zum Vergleich: Die Stadt Wolfsburg nimmt für den Ersthund 96 Euro. Würde man ein Privatunternehmen die Hundesteuermuffel aufspüren lassen, müsste Velpke etwa 25 000 Euro berappen. In Niedersachsen dürfen derartige behördliche Aufgaben aber nicht an Dritte aus der Privatwirtschaft übertragen werden.
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