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Hundegesetz: Jetzt wird’s ernst

Stichtag 1. Juli: Erkennungschip, Registereintrag, Hundeführerschein, Haftpflichtversicherung.

Von Marion Korth, 03.07.2013.

Braunschweig. Die einen sprechen von „Abzocke“, die anderen davon, Beißattacken von Hunden verhindern zu wollen. Fakt ist: Die Übergangsregelung für die Novelle des niedersächsischen Hundegesetzes ist am 1. Juli abgelaufen, von jetzt an gelten härtere Vorgaben für Hundehalter.

Hundehalter sollen im Problemfall leichter ermittelt werden können, weshalb ein zentrales Register eingerichtet worden ist. Die Eintragung kostet 14,50 Euro plus Mehrwertsteuer (www.hunderegister-nds.de), wer die Daten schriftlich oder telefonisch übermittelt, zahlt mehr. Der Abschluss einer Haftpflichtversicherung für das Tier ist ebenso obligatorisch wie ein Sachkundenachweis für diejenigen, die sich nach dem 1. Juli 2011 erstmals einen Hund angeschafft haben. Der „Hundeführerschein“ soll ein Garant dafür sein, dass Menschen mit dem nötigen Verantwortungsbewusstsein und der nötigen Vorbereitung in die Hundehaltung einsteigen. Gerade in einer Stadt mit vielen Menschen auf dichtem Raum sind Konflikte vorprogrammiert: Da sind Hunde nicht angeleint, oder Hundekot verschmutzt Parks und Gehwege. Der Landesregierung ging es aber nicht um den Alltagsärger, sondern darum, Beißattacken zu verhindern oder wenigstens im Nachhinein den schuldigen Halter zur Verantwortung ziehen zu können. Die Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP einigten sich auf einen gemeinsamen Beschluss und damit das strengste Hundegesetz in Deutschland. Die Regelungen gelten für alle und für jeden Hund vom Dackel bis zur Dogge, pauschale Rasselisten werden abgelöst.
Kritik gibt es vor allem wegen der zusätzlichen Kosten. Aus Gründen des Datenschutzes sei es jedoch nicht möglich gewesen, die Eintragungen der Gemeinden, die die Hundesteuer erheben, einfach in das zentrale Register zu übernehmen, Gleiches gilt für die Daten des Erkennungschips, die anderswo gespeichert sind.
In Braunschweig sind derzeit fast 9000 Hunde gemeldet. In 20 Fällen wurden Tiere im vergangenen Jahr durch Beißereien auffällig, sie mussten deshalb an die Leine und/oder einen Maulkorb tragen. Vier Tiere wurden als gefährlich eingestuft, danach folgten Wesenstest und Leinenzwang. Die Gemeinden sollen jetzt darüber wachen, dass sich alle an das Gesetz halten.
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