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Hilfe für ein Land im Umbruch

Stiftung Wohnen und Beraten baut in Polen einen Beschäftigungsbetrieb für Obdachlose auf

Von Annette Heinze, 31.03.2010

Braunschweig. „Die Diakonie hat sich immer über Landesgrenzen hinaus engagiert“, sagt Jens Rannenberg, Vorstand der Stiftung Wohnen und Beraten der Diakonie. Zu Beginn des Jahres startete die Stiftung ein Projekt in Polen.

In Kwilcz, einer kleinen Gemeinde 60 Kilometer westlich von Posen will die Stiftung aus Braunschweig eine Sozialberatung (siehe nebenstehenden Artikel) und einen Beschäftigungsbetrieb aufbauen. Obdachlose, Arbeitslose, Suchtkranke und Behinderte sollen eine neue Perspektive erhalten. Insgesamt entstehen 30 geförderte sowie 30 reguläre Arbeitsplätze.
Armut auf dem Land
„Polen wandelt sich gerade vom Agrarstaat zu einem Industriestaat. Das funktioniert gut in den Zentren, nicht aber auf dem Land“, schildert Heinrich Schubert. Der ehemalige Leiter der Stiftung ist einer von zwei Ehrenamtlichen, die das Projekt vor Ort in Polen unterstützen. Die Auflösung der LPGs habe große Arbeitslosigkeit und Armut mit sich gebracht, beschreibt Schubert. Das Armutsniveau in Polen liege deutlich unter dem deutschen. Betroffen seien besonders die ländlichen, strukturschwachen Regionen.
Auch Kwilcz, die Gemeinde, in der sich die Braunschweiger Stiftung engagiert, liegt fernab der Zentren: „Der Ort hat eine schlechte Infrastruktur, es gibt auch keinen Nahverkehr. Handy- und Internetverbindungen sind oft gestört“, erläutert Schubert. Im ersten Schritt nimmt dort im April eine Schneiderei den Betrieb auf. Eine Leiterin wurde gefunden, fünf Näherinnen eingestellt. Die Aufträge zur Produktion von Arbeitsbekleidung und Hotelwäsche kommen aus Polen. Insgesamt will die Stiftung vier Fertigungsbereiche aufbauen. Am Abschluss der beruflichen Qualifizierung der Menschen soll eine Ausbildung stehen.
Steiniger Weg
Die Ziele der Stiftung sind ambitioniert: „Unsere Vermittlungsquote ist mit 10 bis 20 Prozent relativ hoch. Das streben wir auch in Polen an“, sagt Vorstand Jens Rannenberg. Der Weg sei jedoch steinig: „Wir bemühen uns um eine EU-Finanzierung“, sagt Schubert. Doch 87 Prozent der Fördergelder flössen in staatsnahe Organisationen.
Den mit 13 Prozent weitaus kleineren Teil müssten sich andere Akteure wie die Stiftung teilen. Für Geld- und Sachspenden wären die Projektorganisatoren deshalb dankbar. Gebraucht wird Werkstattausstattung für die Näherei und eine Schlosserei. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 2 42 80 20.
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