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Hilfe auf lange Sicht

Kinderarmut: Knapp spendet eine Million Euro.

Von Martina Jurk, 10.12.2014.

Braunschweig. Das ging ja schnell: Die Botschaft der Stadt, Kindern in Armut zu helfen, kam prompt an. New-Yorker-Chef Friedrich Knapp spendet eine Million Euro.

Am vergangenen Freitag erst hatten Oberbürgermeister Ulrich Markurth und der ehemalige Propst Armin Kraft in einer Pressekonferenz erklärt, dass 8000 Kinder in Braunschweig in Armut leben und dass mit den Spenden der Bürger, die in den Braunschweiger Fonds für Kinder und Jugendliche fließen, schon viel Hilfe geleistet werden konnte (die nB berichtete am Sonntag).

„Die Entscheidung, in welche Projekte das Geld nun fließen soll, darf kein Schnellschuss sein“, sagte Armin Kraft der nB. Es müsse vielmehr überlegt werden, wo die Hilfe auf längere Sicht am nötigsten und sinnvollsten ist.
Und auch damit hat niemand gerechnet: Armin Kraft, der sich sehr persönlich beim Sammeln der Spenden engagiert, konnte sich gestern vor Anrufen kaum retten, nachdem seine Telefonnummer veröffentlicht worden war. „Die Menschen schildern ihre Situationen und Notlagen und bitten darum, von Friedrich Knapps gespendeter Million etwas zu bekommen“, berichtete Kraft. Das sei natürlich nicht möglich, eine Million Euro durch 8000 von Armut betroffener Kinder zu teilen. Es kämen einmalig 125 Euro für jedes Kind heraus. „Wir wollen das Geld nicht verbraten, sondern überlegen, was langfristig sinnvoll ist“, so Armin Kraft.

Der New-Yorker-Chef hoffe, dass weitere Braunschweiger Unternehmen seinem Beispiel folgen. „Kinderarmut soll in Braunschweig kein Thema sein“, so Knapp. „Die bisherigen Spenden sind noch lange nicht genug, um die Hilfsprojekte langfristig zu sichern. Alle Unternehmen der Region sollen sich hier angesprochen fühlen und ihren Beitrag leisten.“

Mit einer besseren Teilhabe an Bildungsangeboten und besseren Zukunftschancen sieht auch Oberbürgermeister Ulrich Markurth das Geld gut angelegt. „Wir werden die Arbeit des Fonds auf ganz neue Füße stellen können. Neben den großen strukturellen Anstrengungen von Bund, Land und Stadt sowie den vielen anderen Spenden an den Fonds ist dies für die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit schlechteren Startchancen ein Riesensprung nach vorn“, meinte der OB. Friedrich Knapp habe bereits vor einigen Jahren den Schulkostenfonds, den Vorläufer des heutigen Braunschweiger Fonds für Kinder und Jugendliche, mit einer knappen halben Million Euro unterstützt.

Die Stadt werde nun Vorschläge erarbeiten, wie diese große Summe in den kommenden Jahren sinnvoll eingesetzt werden könne. Wie das Geld verwendet wird, entscheidet der Beirat zu Kinder- und Familienarmut.
Die Grundlage für die Arbeit des Unterstützungsfonds sei mit den Handlungsempfehlungen zum Thema Kinderarmut bereits gelegt, zahlreiche Projekte liefen schon oder seien vorgedacht. Ein Beispiel sei das Projekt „Praxisklasse“, das an der Hauptschule Sophienstraße erfolgreich sei und das Hauptschülern aus finanziell schwierigen Verhältnissen helfe, den Übergang ins Berufsleben zu meistern. Dies könne zum Beispiel ausgebaut werden. „Mit dieser Spende wird es gelingen, die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aus finanziell benachteiligten Familien deutlich zu verbessern“, betonte Markurth.
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