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Hat Karstadt in Braunschweig Stadttauben lebend eingemauert?

wieder geschlossene Überdachung - Sonntag 26.11.2017
 
Zustand der Überdachung Juli 2017
Braunschweig: Schützenstraße |

Nachtrag 28.11. - 19:00 Uhr: zwischenzeitlich ist ein Kontakt vor Ort mit den Tierschützern und Karstadt zustandegekommen. Man will bei den weiteren Arbeiten an der Überdachung in Kontakt bleiben: zum Wohle von Unternehmen, Menschen und Tauben (s. Kommentar Nr. 8 unten)

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Karstadt Warenhaus GmbH verweigert sich der Klärung des Sachverhalts

Über den Sommer und Herbst 2017 waren die Überdachungen am Karstadt Warenhaus in Braunschweig geöffnet. Hierdurch entstand ein geradezu idealer Brutplatz für eine ganze Kolonie von Stadttauben. Dies könnte sich nun aber als tödliche Falle für die Tiere herausstellen. Das Karstadt Warenhaus in Braunschweig hat am 23. und 24. November 2017 die Überdachung an ihrem Gebäude verschließen lassen.
Stadttauben brüten jedoch ganzjährig. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich auch in der letzten Woche brütende Tauben in der Überdachung zum Brüten aufgehalten haben. Die Stadttauben und deren Nestlinge wären damit lebendig „eingemauert“ worden. Eine Zeugin berichtet, sie habe bereits vor zwei Wochen bei der Polizei eine Meldung gemacht, als damit begonnen wurde die Verkleidung zu schließen. Die Polizei habe die Angelegenheit an das Veterinäramt als zuständige Behörde weitergeleitet.
Tauben verhalten sich am Brutplatz ruhig und fliegen auch bei Störungen nicht auf. Das dient dazu, die Aufmerksamkeit ihrer Feinde nicht auf sich zu lenken. Nestlinge drücken sich ganz flach im Nest. Besteht also tatsächlich die Möglichkeit, dass - wohl versehentlich - Tiere lebendig in der Überdachung eingeschlossen wurden? An der Unterseite der Überdachung wurde eine kleine Öffnung entdeckt. Diese ermöglicht es, Fachleuten zur Folge, den Tauben aber nicht, dort ein- oder auszufliegen, um brütende Weibchen oder Nestlinge zu versorgen.
Die Initiative Stadttiere Braunschweig hat seit dem 17.11.2017 vergeblich versucht mit der Geschäftsleitung die Sachlage aufzuklären. “Wir haben auf verschiedenen Wegen versucht, Kontakt zur Geschäftsleitung zu bekommen und die Angelegenheit dringlich gemacht. Karstadt reagiert einfach nicht,“ berichtet Beate Gries. „Karstadt ist weder in Braunschweig, noch in Essen telefonisch zu erreichen.“ Angesichts einer sicher unbeabsichtigten aber möglichen Straftat nach dem Tierschutzgesetz ist selbst Beate Gries von der Initiative Stadttiere Braunschweig hiervon überrascht. Auch die von uns kontaktierte Presseabteilung hüllt sich in Schweigen, während möglicherweise Tiere lebendig eingemauert auf grausame Weise verenden. „Auch unser Angebot einer fachlichen Beratung zur Lösung des Problems ist bisher an der vollständigen Verweigerung der Karstadt Warenhaus GmbH mit uns in Kontakt zu treten, gescheitert,“ so Gries weiter.
„Welche Möglichkeit haben Bürgerinnen und Bürger, die Zeugen von Tierleid werden? Was tun, wenn Behörden vermeidlich untätig und „Beschuldigte“ die Möglichkeit zur Klärung verweigern und einfach aussitzen?“ Beate Gries erwartet eine Antwort von Politik und Verwaltung auf diese Fragen. „Dass der Schutz der Tiere nach aktueller Rechtsprechung*) ein notstandsfähiges Rechtsgut ist, macht ein Eingreifen nach Gefahrenabwehrrecht möglich – solange Karstadt sich nicht erklärt, bleibt das eine Option.“

*) AG Haldensleben/LG Magdeburg: 3 Cs 224/15 (182 Js 32201/14)
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10 Kommentare
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Beate Gries aus Lehndorf-Watenbüttel | 28.11.2017 | 12:20  
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Helga Baum aus Braunschweig - Innenstadt | 28.11.2017 | 13:10  
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Beate Gries aus Lehndorf-Watenbüttel | 28.11.2017 | 13:36  
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Kirstin Zoller aus Elbe | 28.11.2017 | 14:24  
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Beate Gries aus Lehndorf-Watenbüttel | 28.11.2017 | 14:31  
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Kirstin Zoller aus Elbe | 28.11.2017 | 14:38  
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inge prestele aus Braunschweig - Innenstadt | 28.11.2017 | 15:15  
306
Beate Gries aus Lehndorf-Watenbüttel | 28.11.2017 | 21:54  
1.055
S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 30.11.2017 | 23:28  
10
Heike Dahlke aus Wolfenbüttel Stadt | 04.12.2017 | 15:14  
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