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Hand in Hand gegen 40-Tonner

Stöckheimer Bürgerinitiative plant für den 31. Mai eine Menschenkette gegen Schwerlastverkehr

. Von Marc Wichert, 16.05.2012

Braunschweig. 40-Tonner durch Stöckheim und Rüningen? Eine neue Brücke soll es möglich machen. Dagegen gibt es Widerstand.

Zwischen Rüningen und Stöckheim soll nach Plänen der Stadt bis Ende 2014 eine neue Schwerlastbrücke gebaut werden. Wo jetzt noch eine Behelfsbrücke für Fahrzeuge mit maximal 7,5 Tonnen Gewicht die beiden Stadtteile verbindet, könnten bald Lkw bis 40 Tonnen Gesamtgewicht über die Oker fahren. Dagegen wehrt sich die Bürgerinitiative Verkehrskonzept Stöckheimer Brückenneubau. Am 31. Mai ist eine Menschenkette unter dem Motto „Hand in Hand gegen Schwerlastverkehr in Stöckheim“ geplant, um den Bedenken der Anwohner Ausdruck zu verleihen. Es gebe viele Gründe für die Menschenkette, sagt Annegret Magister. „Wenn hier die Lkw durchfahren, sind die Kinder viel mehr in Gefahr“, sagt sie. Der Verkehr würde unter anderem an Schulen und Kindergärten vorbeiführen. Die Stadt hingegen sieht keine Probleme. „Die Verkehrsprognose geht von 17 Lkw pro Tag aus“, sagt Stadtsprecher Adrian Foitzik.

Die Verwaltung halte diese Zahl für vertretbar. Am 6. Juni solle daher erneut im Planungs- und Umweltausschuss über einen Planfeststellungsbeschluss entschieden werden. Bereits im April war der Brückenneubau Thema – ein Entschluss wurde aber nicht gefasst. „Wir haben das durch Anfragen verhindert“, sagt Annegret Magister.
Fragwürdig ist für die Bürgerinitiative, warum nicht eine kleinere Brücke gebaut wird. Denn die Straßen, die zu der Brücke hinführen, sind sowieso nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen freigegeben. So steht es zumindest im Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Braunschweig aus dem Jahr 2001. Für den Schwerlastverkehr müssten sie zusätzlich erneuert werden, befürchten die Anwohner.
Und die Kosten für den Brückenbau? Die liegen bei etwa 2,5 Millionen Euro, sagt Foitzik. Ein guter Teil davon wären Fördergelder des Landes, die aber nur flössen, wenn es keine Lastbeschränkung gäbe. „Die Stadt sucht eben die für sie kostengünstigste Lösung“, sagt Annegret Magister. Die Stöckheimer sorgen sich auch um ihre Naherholungsgebiete wie den Südsee oder den Harz-Heide-Radwanderweg. „Der Naherholungswert wird auf jeden Fall gemindert“, sagt Annegret Magister von der Bürgerinitiative. Sie spricht auch das Problem der Mautflucht an, was heißt, dass Lkw-Fahrer gezielt die gebührenpflichtigen Autobahnen umgehen könnten.
Diese Gefahr sieht die Stadt nicht. „Es lässt sich für Lkw im Durchgangsverkehr gegenüber den Autobahn-Verbindungen kaum Zeit sparen“, sagt Adrian Foitzik von der Stadt Braunschweig. „Vielmehr wäre die Fahrt durch die Stadtteile umständlich.“
Die Fraktionen stellen sich dem Thema nun vor Ort: Am kommenden Dienstag um 19.30 Uhr (22. Mai) kommen Vertreter der Fraktionen zu einer Podiumsdiskussion in die Aula der Raabeschule in Stöckheim.
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