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Grundschul-Aus verschoben?

CDU-Ratsfraktion läuft Sturm: Zwei Rüninger Grundschulklassen sollen nach Gartenstadt.

Von Martina Jurk, 25.08.2014.
Braunschweig. In Rüningen kochen die Emotionen hoch. Die Grund- und Hauptschule wird saniert. Darüber freuen sich zwar alle, aber in dieser Zeit sollen zwei Grundschulklassen in die Gartenstadt ausgelagert werden. Damit werde eine Schließung des Grundschulzweigs vorbereitet, so die CDU-Ratsfraktion, deren Mitglieder dagegen Sturm laufen.

Die Fraktion stellte deshalb einen Antrag im Verwaltungsausschuss, die Grundschule dauerhaft zu erhalten. Dieser wurde mit den Stimmen von SPD, Grünen und Oberbürgermeister Ulrich Markurth abgelehnt. Der Verwaltungsausschuss hat die Aufhebung des Grundschulzweigs derzeit nicht beschlossen, sondern während der Sanierung der Grund- und Hauptschule Rüningen zwei Grundschulklassen in die Grundschule Gartenstadt auszulagern. „Damit wird das endgültige Aus der Grundschule in Rüningen nur verschoben. Ein weichgespülter Kompromiss“, meint Anke Kaphammel, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion.
Der Schulvorstand hatte im Mai dieses Jahres beschlossen, die Grund- und Hauptschule Rüningen ab Schuljahr 2014/2015 in eine Hauptschule umzuwandeln. Als Grund gibt der Vorstand Platzmangel (Unterricht teilweise im Versammlungsraum des Stadtbezirksrats und im Vorraum der Aula, mehr Klassen durch Wiederholer, Übergänge aus Realschulen und IGS in die Hauptschulen) an. Die Schule sei im Bereich der Inklusion Schwerpunktschule für körperliche und motorische Entwicklung. Räume würden auch dafür fehlen.
Im Juni hat der Schulvorstand der Grundschule Gartenstadt einstimmig beschlossen, zunächst die Klassen eins und zwei und dann aufsteigend aus Rüningen aufzunehmen. Kapazitäten seien vorhanden. Einen Grund für das Platzproblem an der Hauptschule sieht die CDU-Fraktion in der Umwandlung des Schulzentrums Heidberg in die fünfte IGS. Damit sei die Schule in Rüningen die einzige Hauptschule im Braunschweiger Süden und platze daher räumlich aus allen Nähten. Karl Grziwa, schulpolitischer Sprecher der CDU, fordert die Verwaltung auf, den Mut zu haben, jetzt zu handeln und nicht alles auf den noch fertigzustellenden Schulentwicklungsplan zu schieben.
Das kann die Elternvertreterin Sonja Mewes nur unterstreichen. „Die Eltern haben keine Informationen, es gibt Unruhe. Die Erstklässler wissen noch nicht, wo sie eingeschult werden, und in Gartenstadt gibt es noch nicht einmal Lehrer für die Rüninger Grundschüler.“ Die Eltern wären damit einverstanden, dass die Kinder während der Bauphase in Containern unterrichtet werden, aber das hätten Schulleitung und Lehrer abgelehnt.
Von Rüningen nach Gartenstadt und zurück sollen die Kinder mit dem Schulbus fahren. Die Polizei hat den Schulweg zwischen beiden Stadtteilen als nicht sicher eingeschätzt. „So können die Kinder keine Kompetenz für die Selbstständigkeit im Straßenverkehr erlangen“, erklärt Anke Kaphammel.
Ratsherr Oliver Schatta betont die Bedeutung der Schule für das Zusammenleben im Stadtteil: „Die Grundschule ist ein soziales Zentrum im Ort. Da sind funktionierende Strukturen, die erhalten werden müssen. Wir wollen, dass sich junge Familien in Rüningen ansiedeln. Für diese ist es wichtig, dass ihre Kinder dort auch zur Schule gehen können.“ Eine Initiative von Bürgern fordere deshalb den Erhalt der Grundschule. Im Stadtbezirksrat herrsche zu dem Thema Einigkeit aller Fraktionen.
Die CDU schlägt vor, im Stadtteil nach adäquaten Unterbringungsmöglichkeiten für mehr Hauptschüler beziehungsweise für die Grundschüler zu suchen. Sie will öffentlich weiter Druck machen.
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