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Gliesmarode ist mit im „Paket“

Bahnhof Gliesmarode. Foto: Thomas Ammerpohl
 
Bahnhof Gliesmarode. Foto: Thomas Ammerpohl

Umbau soll barrierefreien Zugang sowie Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten schaffen.

Von Marion Korth, 09.10.2013

Bürgerreporter Uwe Poppe hat sozusagen den Zug ins Rollen gebracht, als er in unserem regionalen Mitmachportal www.unser38.de den schäbigen Zustand des Gliesmaroder Bahnhofs anprangerte. Von heute auf morgen wird sich daran nichts ändern, aber immerhin: Die Planung für einen Umbau laufen.

Mit einem Baubeginn ist aber nach Auskunft des Zweckverbandes Großraum Braunschweig frühestens im Jahr 2016 zu rechnen. Der Bahnhof Gliesmarode stand schon einmal kurz vor dem endgültigen Aus, weil das „RegioStadtBahn“-Konzept vorgesehen hatte, dass Züge Richtung Norden durch die Innenstadt fahren. Das ehrgeizige Nahverkehrskonzept wurde aus finanziellen Gründen fallengelassen, Gliesmarode ist wieder im Rennen.
Diesmal als Bestandteil des gestrafften Regionalbahnkonzepts „2014+“ des Zweckverbandes Großraum Braunschweig. „Im Zuge dieses Konzepts soll der Bahnhof Gliesmarode umgebaut werden. Die Vorentwurfsplanung wurde begonnen“, teilt Sabine Brunkhorst, Sprecherin der DB Mobility Logistics AG der nB mit. In den vorangegangenen Jahren sei ausschließlich in die Verkehrssicherheit investiert worden. Das Problem mit dem Müll sei bekannt, „hier wurde bereits nachgebessert“.
Geregelte Taktzeiten und gute Umstiegsmöglichkeiten sind Ziele des neuen Konzepts „2014+“. „Nach und nach sollen möglichst alle Bahnhöfe modernisiert werden“, erläutert Gisela Noske, Pressesprecherin des Zweckverbandes. Um diese große Aufgabe anzugehen, seien mehrere „Arbeitspakete“ geschnürt worden. Für Gliesmarode heißt das, dass betriebsbedingte Umbaumaßnahmen vorgesehen sind. Der Zweckverband ist dafür nicht selbst als Bauherr zuständig, wohl aber in die Planungen eingebunden.
Wahrscheinlich wird eines der insgesamt drei Gleise zurückgebaut werden. Für die Gestaltung der Bahnsteige werden derzeit zwei Varianten durchdacht: Entweder wird ein Mittelbahnsteig neu gestaltet oder aber zwei Außenbahnsteige. Die Entscheidung, welche Variante es werden wird, fällt bis zum Jahresende. In jedem Fall sollen die Bahnsteigkanten auf 55 Zentimeter angehoben werden, um den barrierefreien Ein- und Ausstieg in die Züge zu ermöglichen. Neue Belage auf den Bahnsteigkanten, sogenannte „Blindenleitstreifen“, sind geplant, um mehr Sicherheit für sehbehinderte Menschen zu schaffen. „Wir vom ZGB würden favorisieren, die Bahnsteige näher zur Straße zu holen, damit der Weg nicht mehr so weit ist“, sagt Gisela Noske. Nachgedacht werde zudem, wie der Zugang über eine neue Rampe oder sogar einen Aufzug von der Hans-Sommer-Straße aus erleichtert werden kann.
Bei den betriebsbedingt notwendigen Umbaumaßnahmen sind zwar keine Verschönerungsmaßnahmen wie der Blumentrog inbegriffen, aber Infrastruktureinrichtungen wie elektronische Anzeigetafeln, Wetterschutzhäuschen, Sitzmöglichkeiten und Beleuchtung. Mit einem Baubeginn sei wegen des immensen Planungsaufwands sowie den notwendigen Ausschreibungsverfahren jedoch nicht vor 2016 zu rechnen, betont Gisela Noske.
Außen vor bleibt wohl das marode Bahnhofshäuschen. Die DB erklärt dazu: „Das Gebäude wurde an die Firma Patron Capital ltd. verkauft. Hier haben wir keinen Einfluss mehr.“ Die DB Netz AG als Schienen-Infrastrukturbetreiber habe das Gebäude gemietet.
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