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Gleiche Chancen für alle Kinder

Bündnis gegen Kinderarmut übergab Handlungsempfehlungen an Stadt.

Von Martina Jurk, 07.12.2011.

Braunschweig. 25 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Braunschweig leben in bedürftigen Familien. Wie geholfen werden kann, enthält ein umfangreiches und detailliertes Papier mit Handlungsempfehlungen an die Stadt.

Diese „Handlungsempfehlungen für die Prävention von Kinder- und Familienarmut und für den Umgang mit ihren Folgen“ wurden gestern vom Beirat des Präventionsnetzwerks Kinderarmut an Bürgermeisterin Friederike Harlfinger übergeben. Sie bauen auf den im vergangenen Jahr vorgestellten Leitlinien auf. In dem Netzwerk engagieren sich seit 2007 freie Träger, Verbände, Kirchen, Betroffene und auch die Stadt gemeinsam gegen Kinderarmut. Auf mehr als 20 Seiten ist die Situation bedürftiger Kinder und Familien analysiert worden. Es wird aufgezeigt, wo es Lücken und Handlungsbedarf gibt, verbunden mit konkreten Forderungen. „Jedes Kind ist herzlich willkommen, jedes Kind ist wichtig“, sagte Beiratsmitglied Roswitha Goydke vom Kinderschutzbund. „Ich bin beeindruckt, wie intensiv sich die Verfasser mit dem Thema befasst haben und wie detailliert und weitreichend die Überlegungen sind“, sagte Bürgermeisterin Friederike Harlfinger. „Ich danke den vielen Beteiligten und Kooperationspartnern, dass sie sich für dieses wichtige Thema, das die gesamte Gesellschaft angeht, so stark einsetzen. Ich wünsche den Verfassern, dass ihre Ideen auf ein großes Echo in der gesamten Stadt treffen und ihre Thesen breit diskutiert werden.“
Für eine systematische Vorgehensweise ist das Modell einer Präventionskette entlang von fünf Altersstufen von der Schwangerschaft bis zum Übergang in den Beruf zugrunde gelegt worden. Für jede Altersstufe wurden die spezifischen Bedürfnisse von Familien und Kindern dargestellt. Wo Lücken erkennbar wurden, gibt das Papier grundlegende Empfehlungen für zukünftige Maßnahmen.
So werden beispielsweise für die Altersstufe neun Monate bis drei Jahre empfohlen: • stadtteilorientierte Anlaufstellen unter anderem zur Beratung von Schwangeren und Familien, für Angebote zur Kinderbetreuung, Erziehungsberatung, • die Bildung von Netzwerken mit Gynäkologen, Geburtskliniken, Kinderärzten, Hebammen, Erziehungsberatungen, Frauenhaus und anderem, • einen Begrüßungsbrief des Oberbürgermeisters für alle Familien von Neugeborenen, • einen offiziellen Begrüßungsbesuch (wertschätzend, nicht kontrollierend) mit Begrüßungspaket, • Ausweitung der „Braunschweiger Familienpaten“, • gezielte Unterstützung für Familien mit Problemlagen, • emotionale Geborgenheit in Krippen (kleinere Gruppen), • Umwandlung von Kitas zu Familienzentren, • Förderung und Ausbau der Elternbildung.
„Niemand soll sich schämen müssen, Hilfen in Anspruch zu nehmen. Wir wollen Kindern, die schlechtere Bedingungen haben, gerechter werden, wir wollen, dass sie die gleichen Chancen haben wie andere Kinder“, sagte Sozialdezernent Ulrich Markurth. Das bürgerschaftliche Engagement in Braunschweig sei bemerkenswert. Markurth nannte den Schulkostenfonds und die vielen Spenden als Folge der unermüdlichen Arbeit von Armin Kraft. Friederike Harlfinger versprach dem Beirat des Netzwerks, die Handlungsempfehlungen in den Rat der Stadt zu bringen.
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