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„Gerade eben zwei neue Buchungen“

Braunschweiger lassen sich von Mallorca-Meldungen nicht ihr Lieblingsreiseziel vermiesen

Von Marion Korth

Braunschweig. Am Wochenende sind erneut Bomben auf der spanischen Ferieninsel Mallorca explodiert. Die nB wollte wissen, ob sich danach in Reisebüros die Anrufe besorgter Urlauber häufen.

„Es gibt einzelne Rückfragen, aber weniger als man denken könnte“, sagt Philipp Cantauw, Marketingleiter im Reisebüro Schmidt. Fast die gleiche Antwort gibt Andreas Rossié, Geschäftsführer der Reiseland R + N Reisen GmbH: „Ich war selber erstaunt, dass keinerlei Reaktionen gekommen sind. Ich habe schon gedacht, dass sich einige Urlauber informieren wollen.“ Aber Fehlanzeige. Mallorca als Reiseziel sei alles andere als abgemeldet. Rossié: „Ich habe gerade eben zwei Mallorca-Buchungen klargemacht.“
Die Reisebüros stehen in Kontakt mit dem Auswärtigen Amt, um über den aktuellen Stand der Dinge informiert zu sein. „Von dort liegt bislang nur ein Reisehinweis, keine Reisewarnung vor“, betont Cantauw. Die Nachricht, abgeschickt am Sonntag, hat er gleich zur Hand: Urlauber werden unter anderem gebeten, „sich umsichtig“ zu verhalten, „insbesondere Menschenansammlungen“ zu meiden. Mittlerweile wird nur noch empfohlen, sich umsichtig zu verhalten und die Medienberichterstattung zu verfolgen.
Schmidt-Marketingleiter Philipp Cantauw will nichts verharmlosen, aber Grund zur Panik sieht er ebenfalls nicht. Die Anschläge der baskischen Freiheitsorganisation seien nichts Neues, die ETA habe es aber nicht auf touristische Ziele abgesehen. Unter dem Strich sei Mallorca nach wie vor „ein sehr sicheres Reiseziel“.
Viele wüssten nicht, dass es umgekehrt im Ausland durchaus Warnungen vor einer Reise nach Deutschland gebe. Einmal wegen der möglichen Gefahr von terroristischen Anschlägen, zum anderen aber auch wegen gesundheitlicher Risiken. „Da geht es um Zeckenbisse“, sagt er.
Wer noch in „letzter Minute“ eine Sommer-Ferienreise buchen möchte, hat eine große Auswahl, es sei denn, es soll an heimische Strände gehen. „An Nord- und Ostsee ist alles ausgebucht“, sagt Andreas Rossié. Der Deutschland-Tourismus habe merklich angezogen. Rossié spricht von einem Plus von elf Prozent. Mit Schweinegrippe oder Bombenanschlägen habe das seiner Meinung nach aber nichts zu tun. Eher mit der Wirtschaftskrise. Darauf hätten die Deutschen sensibel reagiert, ihre Urlaubspläne entweder gleich gestrichen, was zu Umsatzeinbrüchen in der Touristikbranche geführt habe, oder auf Deutschland-Urlaub umgeschaltet. Aktuelle Krisenmeldungen würden sich nach seiner Erfahrung dagegen kaum auf das Buchungsverhalten auswirken.
Nach wie vor sei Mallorca die Lieblingsinsel der Deutschen. Ansonsten würden die Kanaren „sehr gut“ laufen, außerdem auch Marokko und Bulgarien wegen des guten Preis-Leistungsverhältnisses, nennt Cantauw aktuelle Beispiele.
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