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Geldmangel: Hotelprojekt gescheitert

Kanada Bau tritt zurück – Opposition spricht von Blamage – CDU mahnt zur Wahrheit

Braunschweig (obi). 23.12.2009

Stopp für das Kongresshotel im Bürgerpark. „Wir haben von Kanada Bau die Nachricht von der Ausübung des Rücktrittsrechts zum 31. Dezember 2009 erhalten“, teilt die Stadt mit, „damit ist der Bau des Tagungs- und Kongresshotels im Bürgerpark derzeit nicht zu realisieren. Die Verwaltung bedauert dies“, heißt es weiter.

„Die Beteiligten waren an der Verwirklichung noch nie so nah dran wie in den letzten Monaten“, erklärt Wirtschaftsdezernent Joachim Roth. „Wir haben in den Finanzierungsgesprächen ganz offensichtlich die allerletzte Hürde nicht überspringen können. Das Hotelprojekt ist letztlich Opfer der Finanz- und Wirtschaftskrise geworden.“
Mit dürren Worten wird damit der vorläufige Schlussstrich unter ein Projekt gezogen, das seit Jahren immer wieder diskutiert und geplant wird und das für heftigen Schlagabtausch zwischen Befürwortern und Gegner gesorgt hat.
Die nun eingetretene Situation sei umso bedauerlicher, als mit der Hotelinvestition eine wesentliche Aufwertung des Tagungs- und Kongress-Standortes Braunschweig hätte erreicht werden können, sagt Roth. Er empfiehlt, für neue Projekte den Standort Bürgerpark zunächst einmal ein bis zwei Jahre ruhen zu lassen, bis eine Stabilisierung der Finanzmärkte eingetreten sei, und dann neu den Markt zu erkunden.
Kanada Bau selbst nennt die Auswirkungen der Finanzmarktkrise als Grund für den Rücktritt: „Dadurch war es uns nicht möglich, die Finanzierung des Investitionsvolumens von rund 27,5 Millionen Euro zu sichern“, bedauert der Geschäftsführer der Kanada Bau Gruppe Maic Laubrich. Er hoffe aber auf einen wirtschaftlichen Aufschwung im nächsten Jahr, „dann stehen wir als Verhandlungspartner für das Hotelprojekt wieder zur Verfügung.“
Manfred Pesditschek von der SPD spricht von einer „Blamage“ für die Stadtverwaltung: „Zwei Jahre lang ist die Verwaltung einer Illusion hinterhergelaufen und hat hoch gespannte Erwartungen geschürt.“ Pesditschek unterstellt dem Oberbürgermeister, dass es von Anfang an Ziel gewesen sei, vor allem das von ihm geschlossene Freizeit- und Bildungszentrum „abräumen zu lassen.“
Wolfgang Sehrt, Fraktionsvorsitzender der CDU, mahnt zur Wahrheit: Nicht der Abriss des Freizeit- und Bildungszentrums sei „kulturpolitische Barberei“ gewesen, sondern, dass „SPD und Grüne in der Zeit ihrer Regierungsverantwortung in dieser Stadt das FBZ so weit haben herunterkommen lassen, dass es letztendlich nur noch abgerissen werden konnte.“
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