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„Gefühl der Sicherheit geben“

Auf den Linien 416 und 436 werden seit Kurzem Busbegleiter eingesetzt, die für ein Gefühl der Sicherheit sorgen sollen. Foto: T.A.

Verkehrs-GmbH setzt seit Kurzem Busbegleiter auf den Buslinien 416 und 436 ein.

Von Birgit Leute, 27.02.2016.

Braunschweig. Seit Anfang des Jahres gibt es außer dem Fahrer auch einen Busbegleiter auf den Linien 416 und 436. Eingesetzt wird er vor allem zu den Stoßzeiten zwischen 7 und 11 Uhr und 13 und 17 Uhr auf der Strecke zwischen Siegfriedstraße und Boeselagerstraße. Die Verkehrs-GmbH möchte damit den Fahrgästen ein Gefühl von Sicherheit geben.

„Im vergangenen Jahr erreichten uns Rückmeldungen, dass sich Busbenutzer auf den Linien zwischen Landesaufnahmebehörde und Innenstadt nicht wohlfühlten“, berichtet Jörg Reincke, Geschäftsführer der Braunschweiger Verkehrs-GmbH. Zwar sei es nie zu Übergriffen durch Asylsuchende gekommen, betont Reincke, „doch einige Fahrgäste irritierte es wohl, von den Flüchtlingen länger angestarrt oder angesprochen zu werden.“

In einem Kooperationsprojekt mit dem Jobcenter und der VHS Arbeit und Beruf richtete die Braunschweiger Verkehrs-GmbH deshalb die – zunächst auf zwei Jahre befristete – Stelle des „Busbegleiters“ ein. „Er wirkt zum einen beruhigend auf die Fahrgäste und entlastet zum anderen die Busfahrer, die vorher an den Haltestellen und während der Fahrt manchmal mit Fragen in allen Sprachen überschüttet wurden“, sagt Reincke. In den Stoßzeiten sorgen die Busbegleiter zum Beispiel dafür, dass die Bustüren frei bleiben und nicht durch Menschentrauben blockiert werden. Außerdem beantworten sie auch Fragen zu Fahrpreisen, Buslinien und Routen. „Dafür ist es wichtig, dass sie neben Deutsch auch mindestens grundlegende englische Sprachkenntnisse haben“, betont Reincke.

Das Projekt „Busbegleiter“ läuft im Rahmen des Bundesprogramms „JobBS“, das vom Europäischen Sozialfonds für Deutschland gefördert wird. Langzeitarbeitslose sollen mit diesem Programm möglichst dauerhaft in Arbeit vermittelt werden. Das Interesse an einer Stelle als Busbegleiter war groß, freute sich Katrin Miehe-Scholz vom Jobcenter, dennoch: Nicht jeder kommt dafür infrage. „Fremdsprachenkenntnisse sind genauso wichtig wie ein sicheres Auftreten und Kommunikationsfähigkeit“, sagt Norbert Schäfer, Geschäftsführer der VHS Arbeit und Beruf.

Derzeit bildet die VHS den zweiten Busbegleiter aus, der in Kürze seinen Dienst auf der 416 und 436 aufnehmen wird. Ob das Projekt verlängert wird, ist noch nicht klar. „Das Thema ist auch für uns Neuland“, sagt Schäfer vorsichtig, „und hängt auch davon ab, wie sich die aktuelle Flüchtlingspolitik entwickelt“.
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Thomas Winkler aus Braunschweig - Nordstadt | 02.03.2016 | 17:58  
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