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Ganz sanft durch den „Wilden Willi“

Projekt „Faustlos“ wird seit fünf Jahren an Kindergärten umgesetzt – Positive Zischenbilanz

Von Birgit Leute

Braunschweig. „Halt, stopp, denk nach!“ – seit einem Jahr lernen die kleinen Bewohner des Kindergartens Waggum mithilfe dieses Zaubersatzes, dass schlagen, stupsen und aufbrausen „uncool“ ist. Dank des Projekts „Faustlos“ lösen sie ihre Streitigkeiten inzwischen meistens in Ruhe und durch das gemeinsame Gespräch. Der Kindergarten ist eine der 92 städtischen und kirchlichen Einrichtungen, in denen „Faustlos“ mittlerweile umgesetzt wird. Für die Initiatoren des Projekts Grund genug, eine Zwischenbilanz zu ziehen. „Das Programm war ursprünglich vor allem für die Grundschulen geplant, doch uns wurde schnell klar: Je früher die Gewaltprävention anfängt, desto besser“, erinnert sich Helga Gutzke vom Arbeitskreis „Faustlos“ an den Beginn im Jahr 2004. Bei den Erzieherinnen stieß sie auf offene Ohren, ebenso bei einigen finanzstarken Sponsoren darunter der Braunschweiger Bürgerstiftung und BS-Energy. „Klar, soziales Verhalten haben wir auch früher mit den Kleinen trainiert“, berichtet Petra Ehrlich vom Kindergarten Waggum aus ihrer Arbeit. „Aber heute sind die Kinder viel gewaltbereiter: Da wird gleich geschlagen und getreten, wenn mal etwas nicht nach ihrem Willem geht.“ Mithilfe des „Fautlos“-Koffers bringt sie jetzt den Kleinen bei, wie jemand aussieht, der traurig ist oder wütend und was sich dagegen tun lässt: „Im Prinzip versuchen wir mit Bildern und den beiden Handpuppen ‚Wilder Willy‘ und „Zahmer Schneck“ bei den Kindern, Empathie zu entwickeln, also das Wahrnehmen von Gefühlen, Impulse zu kontrollieren und letztlich mit Wut und Ärger umzugehen“, beschreibt Helga Gutzke die Zielsetzung. Rund 94 Prozent der Kindergärten sind so begeistert von dem Projekt, dass sie auch in Zukunft mit „Faustlos“ arbeiten möchten. Petra Ehrlich: „Natürlich werden unsere Kleinen durch die Faustlos-Stunde keine Engel. Aber eins ist unübersehbar: Die Kinder verhalten sich anders, können sich entschuldigen und versuchen, auch ihre Eltern mit einem ‚Stopp, denk nach‘ zur Ruhe zu bringen.“

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