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Frost bleibt, Salzberg schmilzt

Streufahrzeuge und Winterdienst im Dauereinsatz – Schneemassen machen Probleme

Von Marion Korth, 06.01.2010

Braunschweig. Salz ist zur Mangelware geworden. „Wir haben noch ein bisschen mehr als wenig. In Wolfenbüttel ist das Lager leer“, sagt Holger Horn, Logistikleiter bei Alba und dort auch zuständig für den Winterdienst.

Seit Mitte Dezember waren die Streufahrzeuge immer wieder im Einsatz, das gab es schon lange nicht mehr. Normalerweise reicht der Vorrat, aber jetzt ist schon nach zwei Monaten langsam Ebbe. Im Scherz sagt Horn: „Unseren Berg müssten wir abends eigentlich bewachen lassen.“ Straßenmeistereien hätten schon angefragt, ob sie noch Salz bekommen könnten. Der Markt sei abgegrast.
60 Leute von Alba und 150 vom städtischen Fachbereich arbeiten gegen die Schneemassen an. Je mehr Straßen frei sind, desto besser. Da entspannt sich jetzt bei starkem Frost die Lage. Ansonsten heißt es „vorsichtig agieren“. In Braunschweig gebe es keine „Schwarzräumung“ bis hinunter auf den blanken Asphalt. Gummilippen an den Räumschilden schonen die Straßendecke, aber so bleiben immer auch ein paar Zentimeter Schnee übrig. Horn: „Da müssen wir jetzt aufpassen, damit wir keine Eisflächen freilegen.“ Wo der Schnee festfriert, kann es glatt werden. Das gilt für nicht komplett geräumte Gehwege ebenso wie für Nebenstraßen.
„Hier im Kanzlerfeld ist nichts gelaufen, kein Räumfahrzeug“, berichtet Horst Schwedtner. Die Leute seien „stinkig und sauer“. Viele Parkplätze sind von Schneebergen blockiert.
„Es ist leider nicht so, dass man mit dem Dampfbügeleisen durch die Stadt fährt und überall ist der Schnee weg“, sagt Horn. Vorgegangen wird nach fester Prioritätenliste: Autobahnen kommen zuerst dran, dann Haupt- und Einfallstraßen, danach Zufahrten zu Wohngebieten. Mehr sei nicht drin, das könne sich keine Kommune und damit der Bürger leisten.
„Seit der Neujahrsnacht sind wir praktisch rund um die Uhr im Einsatz“, sagt Christopher Graffam von der Verkehrs-AG. Wegen der Schneemassen sei es trotzdem nicht gelungen, alle der rund 1000 Haltestellen freizubekommen. „Aber wir machen, was wir können.“
Aufpassen müssen nicht nur die Fahrgäste, sondern auch die Fahrer. Die haben die Weichen genau im Blick. Obwohl die Straßenbahnweichen beheizt seien, können sie durch Eisklumpen oder Schnee einfrierenen. Gefährdet seien besonders wenig befahrene Strecken.
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