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Frische Farbe, neues Image

Seit fast zehn Jahren profitiert das Westliche Ringgebiet von der Förderung „Soziale Stadt“.

Von Birgit Leute, 06.06.2010

Hinter dem Titel verbirgt sich ein städtebauliches Sanierungsprogramm „für Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf“ so die genaue Bezeichnung. Rund
8,65 Millionen Euro hat die Stadt seit dem Beginn im Jahr 2001 in die Erneuerung von Straßen und Plätzen gepumpt. Bund und Land steuern noch einmal je ein Drittel hinzu. Das Ziel: Die Lebensqualität im Westlichen Ringgebiet zu steigern und den Ruf, den das Viertel umgibt, zu verbessern.
Quartiersmanager Peter Riedel sitzt mitten drin in der „Sozialen Stadt“. Genauer gesagt im neu geschaffenen Mehrgenerationenhaus Hugo-Luther-Straße. Er arbeitet für die Hamburger Gesellschaft Plankontor, deren Aufgabe es ist, den unmittelbaren Kontakt mit den Bewohnern des Viertels zu halten. Wer einen Verbesserungsvorschlag hat, kann herkommen und ihn loswerden. Über die Umsetzung der Projekte entscheidet letztlich die Verwaltung.
Für den Hamburger Riedel ist das westliche Ringgebiet längst zur zweiten Heimat geworden. Er kennt die dunklen Ecken der Gegend – aber auch die hellen. „Das südliche westliche Ringgebiet war schon immer ein Arbeiterviertel, in dem die Wohnungen direkt neben den Betrieben lagen. Die Probleme kamen mit der Strukturkrise in den 70er Jahren: Wer seine Arbeit behielt, zog weg, es blieben die Arbeitslosen und die Migranten“, sagt er.
Für die Bewohner wurde in den vergangenen Jahren einiges getan. Das alte Pfarrhaus in der Hugo-Luther-Straße dient inzwischen als Begegnungszentrum für Mütter, Familien und Migranten. Die ehemalige Bahntrasse der Braunschweigischen Landeseisenbahn – das sogenannte Ringgleis – ist heute ein Rad- und Wanderweg. Vor zwei Jahren wurde der Frankfurter Platz verkehrsberuhigt, die Häuser sind frisch gestrichen, ringsherum blühen japanische Kirschen.
„Das Sanierungsgebiet in Braunschweig ist das größte in der Bundesrepublik. Rund 15 000 Menschen leben hier – eine kleine Stadt für sich“ ordnet Riedel ein. In dieser „Kleinstadt“ gibt es immer noch Ecken, die ihr Schmuddelimage nicht losgeworden sind. Beispiel Jahnstraße – eine Sackgasse, direkt an der Tangente gelegen mit schadhaftem Kopfsteinpflaster, leerstehenden Häuser und Müll in den Bäumen. Ein trostloses Bild. „Das Problem ist die Autobahn“, legt Riedel den Finger auf die Wunde. „Hier möchte niemand wohnen.“
Ändern die schönen Fassaden überhaupt etwas an den sozialen Probleme? „Natürlich zaubern sie die Arbeitslosigkeit nicht weg“, sagt Riedel. Aber sie gäben Anstöße für Hilfsprojekte, förderten ein „Wir-Gefühl“ unter den Bewohnern – egal, ob Deutsche oder Migranten.
„Das westliche Ringgebiet ist ein sehr junges, lebendiges Viertel. Im Gegensatz zu ähnlichen Brennpunkten in anderen Städten herrscht hier ein sehr freundlicher Umgangston – und nicht nur auf türkisch“, verteidigt er „sein“ Quartier.
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