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Flughafen: Baustart steht unmittelbar bevor

Im Januar sollen auf 33 Hektar Bäume für die längere Start- und Landebahn gefällt werden – Flughafengesellschaft stellte Pläne vor

Von Marion Korth, 23.12.2009

Braunschweig. Im Januar wird mit dem Ausbau des Flughafens begonnen. Zunächst werden 33 Hektar Wald gefällt, um Platz für die längere Landebahn zu schaffen.

Reinhard Manlik, Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft, informierte gestern in einer Pressekonferenz über den bevorstehenden Baustart. Die Gesamtkosten des Ausbaus sind mit 38 Millionen Euro beziffert. Die Gegner der Erweiterung waren zuletzt auch vor dem Bundesverwaltungsgericht gescheitert. „Alle geplanten Maßnahmen sind unisono bestätigt worden“, sagte Manlik, deshalb werde jetzt auch mit dem Ausbau begonnen. In einem zweiten Schritt im Winter nächsten Jahres würden auf weiteren 28 Hektar Bäume gekürzt.
Als Ausgleich werde die Flughafengesellschaft mehr als 160 Hektar aufforsten – und zwar so, dass Lücken geschlossen und Waldflächen im Raum Braunschweig-Wolfsburg vernetzt werden. „Wir werden, was die gesetzlich geforderte Ausgleichsfläche betrifft, nicht nur zweifach, sondern vierfach ausgleichen, deshalb habe ich auch kein schlechtes Gewissen“, sagte Manlik. Die Ausgleichsmaßnahmen würden 4,5 Millionen Euro kosten.
Zusammen mit der Stadt werde jetzt eine Alternative für die zunächst geplante Ostumgehung geplant. Die Flächen einer Grundstückseignerin, die gegen das Flughafenprojekt ist, würden damit nicht mehr gebraucht. Allerdings müssten auch auf ihrer Waldfläche Bäume gekürzt werden.
Die längere Start- und Landebahn werde den Forschungsstandort stärken und die Bedingungen für die Forschungsarbeit verbessern, zudem erhöhe sie die Luftverkehrssicherheit. „Das kann ich zusagen: Auch wenn wir eine Verkehrszulassung haben, werden wir nicht Ryanair oder irgend eine andere Fluggesellschaft hierher holen. Vorrang hat die Forschung“, betonte Manlik. In 15 Jahren seien direkt am Standort 1000 qualifizierte Arbeitsplätze entstanden. Prognosen sprächen für eine gute Weiterentwicklung. Manlik verwies in diesem Zusammenhang auf die Gründung des Campus Forschungsflughafen und erfolgreiche Firmenausgründungen. Der Flughafenbetrieb rechnet sich nicht. Der Zuschussbedarf werde aber um ein Vielfaches über Steuereinnahmen wieder hereingeholt.
Eine Zunahme des Flugverkehrs sei nicht automatisch mit der verlängerten Landebahn verbunden, auch nicht die allgemeinen Wachstumsraten im Flugverkehr. Manlik: „Weil größere Maschinen eingesetzt werden, bedeutet mehr Transportleistung nicht mehr Flüge.“
Auch nicht nachts. Zwischen 0 und 5 Uhr früh sei der Flughafen auf im Schnitt eine Bewegung je Woche kontingentiert. Auf Dauer sei eine Zunahme im Geschäftsverkehr aber nicht auszuschließen. VW mache derzeit zehn bis 15 Prozent des Flugaufkommens aus.
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