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Flüchtlinge beherrschendes Thema beim Neujahrsempfang

Die Anlieger des Burgplatzes luden zum öffentlichen Neujahrsempfang ins Landesmuseum ein (v.l.): Jochen Luckhardt (Direktor des Herzog-Anton-Ulrich-Museums), Heike Pöppelmann (Direktorin des Braunschweigischen Landesmuseums), Torben Friedrichs-Jäger (Berenberg-Bank) sowie Dompredigerin Cornelia Götz. Fotos: Thomas Ammerpohl

Anlieger des Burgplatzes luden am Dreikönigstag in den Dom und ins Landesmuseum.

Von Birgit Leute, 09.01.2016.

Braunschweig. Ein „Wir schaffen das“ fiel zwar nicht an diesem Abend. Aber die Bereitschaft mitzuwirken, sich nicht durch die Situation überwältigen zu lassen, wurde immer wieder betont.

Anlässlich des Dreikönigstags hatten die Anlieger des Burgplatzes – der Dom, das Herzog-Anton-Ulrich-Museum, das Braunschweigische Landesmuseum und erstmals auch die Berenberg-Bank – zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang geladen. Das beherrschende Thema: die Flüchtlinge.

Dr. Heike Pöppelmann schlug in ihrer Rede bewusst einen Bogen ins Jahr 1946. „Warum sind die Menschen nicht in ihrer Heimat geblieben? Die ganze Aufmerksamkeit gilt jetzt nur noch den Flüchtlingen!“, zitierte die Direktorin des Landesmuseums eine Eingabe an den damaligen Rat, die durchaus auch in heutigen Netzwerken hätte stehen können.

„Die Erfahrungen mit den Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg kann ein Vorbild sein für den Umgang jetzt“, sagte Pöppelmann. Das Landesmuseum plane in diesem Zusammenhang für 2016 die Ausstellung „Gesichter dieser Stadt“. „In Filmen und auf Fotos werden junge Menschen von hier und junge Asylsuchende zeigen, wie sie die Stadt sehen“, so Pöppelmann. Das Museum wolle damit die Flüchtlinge einladen, die hiesige Kultur kennenzulernen.
Nachdenkliche Worte hatte zuvor Dompredigerin Cornelia Götz in der Andacht im Dom gefunden. „Die Geschichte der Heiligen Drei Könige lehrt uns auch etwas über die aktuelle Situation – und über unsere eigene Rolle. Man kann sie als Fremde sehen, die kamen und das ernst nahmen, was anderen heilig war“, so Götz. Aber vielleicht sei Jesus auch gar nicht hier geboren worden. „Vielleicht ist unsere Geschichte ja die der Gäste“, überlegte Götz, die sich damit auch an die Adresse von Pegida und Co wandte. „Wir besitzen nicht das Kind in der Krippe“, mahnte die Dompredigerin.

Wie immer nutzten die Anlieger des Burgplatzes den öffentlichen Neujahrsempfang, zu dem unter anderem auch Oberbürgermeister Ulrich Markurth und der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Braunschweig, Dr. Christoph Meyns, gekommen waren, für einen Ausblick auf die kommenden Veranstaltungen.

Professor Dr. Jochen Luckhardt, Direktor des Herzog-Anton-Ulrich-Museums, freute sich insbesondere auf die Wiedereröffnung seines Museums, das druch umfangreichen Restaurierungsarbeiten sieben Jahre geschlossen war.
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