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Flohzirkus um Flohmärkte

Der Stein des Anstoßes: Der Kitsch- und Kulturflohmarkt im Festivalprogramm "Kultur im Zelt". (Foto: Kultur im Zelt)

Messeveranstalter greift „Kultur im Zelt“ an – Die Nerven liegen blank.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 9. September 2014.

„Flohmarktkrieg“, sagt Richard Beinhorn. „Dazu fällt mir nichts ein“, entgegnet Beate Wiedemann. Die beiden Braunschweiger Veranstalter kommen sich in die Quere – spätestens wieder am Sonntag, wenn zeitgleich ihre Flohmärkte stattfinden.

Der Groß-Flohmarkt Harz & Heide, organisiert von Beinhorn Messe, startet bereits am Sonnabend (13. September) um 8 Uhr, der Kitsch- und Kulturflohmarkt im Bürgerpark beginnt am Sonntag (14. September) um 11 Uhr und gehört zur Veranstaltungsreihe des Vereins „Kultur im Zelt", Vorsitzende ist Beate Wiedemann.
„Warum muss Frau Wiedemann ihren Flohmarkt ausgerechnet zeitgleich zu unserem durchführen?“, fragt Veranstalter Beihnhorn. Für alle „normalen“ Messeveranstalter gelte eine Einteilung der Stadt in Bezirke, in denen pro Sonntag nur ein einziger Flohmarkt stattfinden dürfe. Da der Kitsch- und Kulturflohmarkt aber nicht gewerblich sei, falle er nicht unter diese Regelung, so die Erklärung der Stadt.
„Ich bin stinksauer auf die Verhaltensweise des Liegenschaftsamtes und auf das Gewerbeamt der Stadt“, wettert Beinhorn, „Wir müssen jeden Sonntagsflohmarkt einzeln genehmigen lassen, Frau Wiedemann setzt das Wort ‘Kultur’ davor und kann in Braunschweig machen, was sie will?“
Für die Jahre 2013 und 2014 hat Richard Beinhorn den Zuschlag für den Harz & Heide-Flohmarkt von der Stadt erhalten. „Wir zahlen rund 10 000 Euro Miete pro Veranstaltung, deshalb nehmen wir zehn Euro Standmiete pro Meter von unseren Ausstellern“, rechnet Beinhorn vor.
Im vergangenen Jahr habe er rund 80 Aussteller an den zeitgleich stattfindenden Kulturflohmarkt verloren, da dort nur fünf Euro Standmiete für den laufenden Meter fällig seien.
„Wir machen diesen Kulturflohmarkt seit acht Jahren, es gab noch nie Probleme“, erklärt Beate Wiedemann. Der Veranstaltungszeitpunkt falle rein zufällig mit dem Harz & Heide-Flohmarkt zusammen, denn sie habe nur vier mögliche Sonntage für den Flohmarkt im Rahmen des „Kultur-im-Zelt“-Festivalprogramms, alle seien mit Veranstaltungen belegt.
„Dieser Markt gehört in das Veranstaltungsprogramm von ‘Kultur im Zelt’“, sagt die Vereinsvorsitzende. Das Angebot sei nicht kommerziell, unter anderem gebe es auch eine Bühne mit Livemusik, betont sie die kulturelle Ausrichtung und den Unterschied zu einem klassischen Flohmarkt. Und es gebe einen karitativen Hintergrund, heißt, die Standmiete würde komplett gespendet. „Ich würde mir wünschen, Herr Beinhorn könnte etwas größer denken“, fügt sie an. Sie kann sich gut noch einen speziellen Kinder- oder auch Fahrradflohmarkt vorstellen. Die verschiedenen Angebote könnten sich gegenseitig befruchten, und damit würde das Ganze noch mehr Strahlkraft in die Region entwickeln.
Auch die Stadt ordnet den Kulturflohmarkt als nichtgewerbliche Veranstaltung im Rahmen des „Kultur-im-Zelt“-Festivals ein, das geht aus den Antwortschreiben an Richard Beinhorn hervor. Allerdings wolle sie in diesem Jahr die Beschwerde zum Anlass nehmen „und vor Ort die Einhaltung der gewerberechtlichen Regelungen prüfen.
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