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Fit gemacht für den Wahltag

Mit interessierten Schülern über Politik sprechen? Da ließen sich auch Mona Al-Masri, Carsten Müller und Karl Grziwa (alle CDU) sowie Andre Patrick Fricke (Die Linke) und Jens-Wolfhard Schicke-Uffmann (Piraten) nicht zweimal bitten. Foto: Thomas Ammerpohl

VHS-Reihe „Bürgerbeteiligung und Politik“: Erstwähler informierten sich aus erster Hand.

Von Christoph Matthies, 14.08.2013

Braunschweig. Die Bundestagswahl bedeutet nicht nur für die antretenden Politiker eine Menge Arbeit. Auch der Bürger ist angehalten, sich über die Forderungen der Parteien zu informieren. Am Dienstag gab die Volkshochschule Erstwähler-Nachhilfe.

Das Lesen von Parteiprogrammen gehört nicht unbedingt zum bevorzugten Zeitvertreib eines Teenagers. „Ich bin froh, dass die Veranstaltung heute Pflicht war, sonst wäre ich nicht gekommen“, gab eine Teilnehmerin des „Workshops Bundestagswahl“ der Volkshochschule (VHS) Braunschweig gestern unumwunden zu. Gemeinsam mit rund 150 anderen Schülern der berufsbildenden Otto-Bennemann- und Helene-Engelbrecht-Schulen informierte sie sich in der Alten Waage über das politische System und die Parteien der Bundesrepublik.
Hans-Peter Lorenzen, Geschäftsführer der VHS, sieht gute Gründe für die Installierung der Veranstaltungsreihe „Bürgerbeteiligung und Politik“. „Ein zentraler Bereich unseres öffentlich geförderten Bildungsauftrages ist die politische Bildung“, so Lorenzen. Besonders Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen, bei denen die Wahlbeteiligung traditionell niedriger liege, soll mit modernen Formaten wie Workshops oder selbstmoderierten Podiumsdiskussionen ein Zugang zur Teilnahme am politischen Geschehen geschaffen werden.
An vier Stationen wurden die Jugendlichen gestern etwa mit den Fragen konfrontiert, was politische Gestaltung bedeutet und welche Themen ihnen persönlich wichtig sind. Auch wurde eine Testwahl abgehalten, um eine – natürlich nicht repräsentative – Erstwähler-Prognose zu ermitteln. An Infoständen suchten Vertreter der Parteien das Gespräch mit den Schülern. Und das trug ganz offensichtlich Früchte. „Ich habe heute vieles dazugelernt“, berichtete eine junge Frau, die am 22. September zum ersten Mal wählen gehen wird.
Besonders die intensivere Beschäftigung mit den anwesenden Parteien hätte sich gelohnt: „Wenn man sich mit den Politikern unterhält, versteht man auch die Unterschiede zwischen den Parteien viel besser“, erzählte die Erstwählerin, die sich besonders über die Legalisierung von Rauschmitteln informiert hatte. „Ich bin jetzt sicherer geworden, was meine Wahlentscheidung angeht.“ Wahlplakate, darin waren sich die Schüler einig, seien dagegen kein adäquates Mittel, um Jugendliche für Politik zu begeistern: „Da wird doch meistens eh nur gegen andere Parteien geschossen.“
Nach den Workshops am Morgen stand am Nachmittag eine Podiumsdiskussion auf dem Programm. Als Gäste standen immerhin sechs Braunschweiger Direktkandidaten von nicht ganz unbedeutenden Parteien den interessierten Schülern Rede und Antwort: Carola Reimann (SPD), Carsten Müller (CDU), Gesche Hand (Grüne), Florian Bernschneider (FDP), Andre Patrick Fricke (Die Linke) und Jens-Wolfhard Schicke-Uffmann (Piraten).
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